26. Februar 2020, 09:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Coronavirus: „Kein Auftakt für weitere massive Verluste an den Börsen“

Spängler IQAM Invest sieht zwar erhöhte Volatilität, aber Szenario einer globalen Rezession als unwahrscheinlich.

Steinberger-Kopie in Coronavirus: „Kein Auftakt für weitere massive Verluste an den Börsen“

Dr. Thomas Steinberger, Spängler IQAM Invest

Der 24. Februar 2020 wird als ein weiterer „Schwarzer Montag“ in die Börsengeschichte eingehen: eine unerwartet rasche Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 nach Europa und weiter steigende Opfer- und Infiziertenzahlen in China, die sogar eine Verschiebung des chinesischen Nationalkongresses 2020 notwendig machen, haben zu abrupten Kursrückgängen von durchschnittlich 3 bis 4  an nur einem Tag an den Börsen der Industriestaaten geführt. Vor allem Unternehmen mit globalen Lieferketten sind bereits jetzt von Chinas Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus betroffen.

„Wir gehen aber nicht davon aus, dass die negative Kursentwicklung vom Montag der Auftakt für weitere massive Verluste an den Börsen sein wird. Erhöhte Volatilität ist angesichts der nur schlecht vorhersehbaren Nachfrageeffekte und der damit verbundenen Rezessionsgefahr zu erwarten“, so Dr. Thomas Steinberger, CIO, Geschäftsführer und Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung von Spängler IQAM Invest. Die relativ zu aktuellen Anleiherenditen hohen Ertragsperspektiven der Aktienmärkte werden aber auch im weiteren Jahresverlauf die Aktienkurse gut unterstützen und selbst nach starken und abrupten Kursrückgängen immer wieder zu Erholungsphasen an den Börsen führen.

Spängler IQAM Invest reagiert auf erhöhte Volatilität vorerst mit Verstärkung der Diversifikationseffekte

„Bis zum Jahresende erwarten wir positive Renditen für Aktienveranlagungen und bleiben daher in unseren Multi Asset-Mandaten weiter investiert“, so Steinberger weiter. Zur Verstärkung der Diversifikationseffekte haben wir zuletzt das Zinsexposure und den Anteil der Kernzone in europäischen Staatsanleihefonds erhöht. „Unsere Qualitätsaktien-Strategien für Europa, die USA und den pazifischen Raum konnten bereits zum Jahresstart gute Ergebnisse zeigen und liefern gerade an volatilen Tagen einen weiteren Beitrag zur Stabilisierung des Verlaufs der Multi Asset-Mandate“, sagt Steinberger.

Negative Auswirkungen auf Wachstum und Unternehmensgewinne multinationaler Konzerne

Die negativen Angebotseffekte der Viruskrise in Form geringerer Zahl verfügbarer Arbeitskräfte, Fabrikschließungen und unterbrochener Lieferketten werden sich im 1. Quartal sicherlich negativ auf das Wachstum und die Unternehmensgewinne multinationaler Konzerne auswirken. Der tendenziell optimistische IWF geht aktuell von einer Reduktion des chinesischen Wachstums im Jahr 2020 um 0,4 Prozentpunkte auf etwas über 5 % p.a. aus. Der negative Wachstumseffekt wird demnach vor allem im ersten und zweiten Quartal 2020 auftreten und im Verlauf des Jahres partiell kompensiert werden.

Nicht vorhersehbare Auswirkungen auf Investitions- und Konsumnachfrage

Eine größere Gefahr für die globale Konjunktur und damit die Entwicklung der Unternehmensgewinne könnte die bisher kaum vorsehbare Auswirkung der Viruskrise auf die Investitions- und Konsumnachfrage darstellen. Sollten Haushalte und Unternehmen in den betroffenen Regionen aus Angst ihre Ausgaben deutlich einschränken, wird dies einen spürbaren Effekt auf die Gesamtwirtschaft haben und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer globalen Rezession und weiteren Kursrückgängen auf den Börsen führen. Aus aktueller Sicht ist dieses Szenario jedoch unwahrscheinlich. Die Letalität der Viruserkrankung (Sterblichkeitsquote 3 bis 4%) ist selbst im medizinisch unterversorgten Zentralchina relativ niedrig. Zudem steigt diese mit dem Lebensalter und vorhandener Vorerkrankungen deutlich an und liegt bei jungen und gesunden Menschen deutlich unter 1 %.

Foto: Spängler IQAM Invest

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherer kommen Kunden in der Krise entgegen

Gegen eine Pandemie sind nur sehr wenige Unternehmen versichert. Privatbürger haben zwar ihre Krankenversicherung, aber keinen Schutz gegen Einkommensverluste. In dieser Lage wollen führende Unternehmen der Branche großzügig sein.

mehr ...

Immobilien

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose – Dividende bleibt

03Die Immobiliengesellschaft Dic Asset rechnet im laufenden Jahr wegen der Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr mit einer Gewinnsteigerung im Vergleich zu 2019. Die branchenübliche Kennziffer FFO (Funds from Operations) werde 2020 zwischen 94 und 96 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend in Frankfurt mit. Bisher hatte DIC Asset mit 104 bis 106 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr waren hier 95,0 Millionen Euro erzielt worden.

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Lockdown: Wie der Exit gelingen kann

Die Corona-Krise trifft alle: Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, hat Deutschland sich umfassende Beschränkungen auferlegt. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen und Firmen um ihre ökonomische Zukunft fürchten. Die Politik muss deshalb zweierlei schaffen: Einerseits die Gesundheit der Bürger so weit wie möglich schützen und sie andererseits vor noch größeren volkswirtschaftlichen Schäden bewahren, die letztlich zu gesellschaftlichen werden. In diesem Kontext werden Wege aus dem Lockdown debattiert – das IW hat einen entsprechenden Exit-Plan entwickelt. Ein Beitrag von Professor Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, und Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft.

mehr ...

Berater

DIN-Norm 77230: Prüfungen jetzt online möglich

Wegen der Coronakrise bietet das Defino Institut für Finanznorm Prüfungen für die Zertifizierung zum “Spezialisten für die private Finanzanalyse – DIN 77230” ab sofort auch im Online-Verfahren an.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Homeoffice: Der richtige Versicherungsschutz für Laptop und Co.   

Um in der Heimarbeit effektiv und produktiv arbeiten zu können, bedarf es der richtigen Grundausstattung. Hier stehen Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Mitarbeitern alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Welcher Mitarbeiter benötigt neben Laptop oder PC noch ein Headset oder gar einen Multifunktionsdrucker? Welche Software wird benötigt, um einen reibungslosen Kommunikationsfluss zu schaffen? Ein Überprüfen der bisherigen Arbeitsprozesse schafft hierbei Klarheit über die bereits vorhandenen Grundvoraussetzungen sowie fehlendes Equipment.

mehr ...