28. Januar 2020, 16:10
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„Der Spotify-Moment für die Finanzbranche kommt mit der Blockchain“

„Die Fintech-Revolution ist ausgeblieben“: Gemäß einer aktuellen Analyse von Hartmut Giesen, zuständig für digitale Geschäftsmodelle bei der Hamburger Sutor Bank, sorgen Fintech-Entwicklungen für eine kontinuierliche Transformation, die jedoch klare Grenzen hat. Das werde sich mit dem Auftreten der Kryptotechs ändern.

Sutor-Bank Hartmut-Giesen in „Der Spotify-Moment für die Finanzbranche kommt mit der Blockchain“

Hartmut Giesen, Sutor Bank

„Die Blockchain wird den technologischen Kern der Finanzindustrie massiv umgestalten. Nicht von heute auf morgen, aber dafür tief und nachhaltig. Die Blockchain wird die Art und Weise, wie Werte erzeugt, verarbeitet und verteilt werden, grundlegend verändern“, stellt Hartmut Giesen fest. Gänzlich neue Modelle für den Austausch von Werten, etwa beim Bezahlen, dürften nicht mehr lange auf sich warten lassen. So wie Spotify oder Netflix mithilfe von digitaler Technik den Konsum von Inhalten revolutioniert haben, werde es ähnliche Entwicklungen auch im Finanzbereich beim Umgang mit Geld geben. Das bedeutet, auch für Kunden würden die technologischen Veränderungen deutlich spürbar. „Nutzer werden auf den heutigen Umgang mit Geld zurückschauen wie wir auf den Umgang mit CD und Video-Kassette“, sagt Hartmut Giesen.

Fintech-Evolution technisch wenig innovativ – Kryptotechs sorgen für massive technische Neuerungen

Bei näherer Betrachtung der Fintech-Entwicklungen müsse man konstatieren, dass es sich in erster Linie um Prozess- und Geschäftsmodell-Innovationen handele. „Das Verdienst von Fintechs ist primär, vorhandene Infrastrukturen und Banking-Systeme mit digitalen Services oder mobilen, intuitiv zu handhabenden Frontends zu versehen“, sagt Giesen. Dafür gingen Fintechs und Banken in der Regel Kooperationen ein, wobei die Kernaktivitäten wie Kontenführung, Depotverwahrung oder Geld- und Wertpapier-Transaktionen normalerweise das Aktionsfeld der Banken geblieben sind. Nur wenige Fintechs erwarben bislang für ihren Betrieb eigene Banklizenzen.

Mit der Blockchain finde nun eine Art „zweite Digitalisierung“ statt. „Die ‚erste Digitalisierung‘ hat die Erzeugung, Verteilung und Verarbeitung von Informationen neu gestaltet. Nun werden Werte, auch monetäre, vollkommen anders erzeugt, verteilt und verarbeitet werden können“, erklärt Hartmut Giesen. Komplexe, zentrale Banking-Systeme dürften von dezentralen „Blockchain-Systemen“ abgelöst werden, die Transaktionen von Kunden ohne aufwändige Abstimmungsprozesse zwischen Banken sofort ausführen. „Die Parameter für die Geldschöpfung und Kreditvergabe könnten von Zentralbanken in die Protokolle der entsprechenden Blockchains programmiert werden. Kapitalmarkt-Akteure sind über Blockchains vernetzt, die Schnittstellen zu den Geld-Blockchains besitzen. Die Vergabe von Krediten oder der Handel von Wertpapieren werden durch Smart Contracts automatisiert ausgeführt“, sieht Hartmut Giesen die zukünftige Entwicklung.

Seite 2: Kunden werden Veränderungen spüren

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