20. Februar 2020, 11:56
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Dividendenaktien: Vorsicht bei der Titelauswahl

Investoren sehen sich durch die Niedrigzinsen in einer neuen Anlagewelt – einkommensorientierte Aktien versprechen Abhilfe. Doch bei der Titelauswahl sollte nicht allein die Dividendenhöhe ausschlaggebend sein.

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Auch in diesem Jahr können Aktionäre auf hohe Gewinnausschüttungen hoffen.

 „Aus dem anhaltenden Zinswinter entsteht ein Dividendenfrühling“, ist Thomas Meier, Portfoliomanager bei MainFirst Asset Management, überzeugt. Denn das strukturelle Niedrigzinsumfeld führt zu einer Verschiebung in der Vermögensallokation hin zu Aktien- beziehungsweise Dividendenwerten. Nach einem deutlich besser als prognostizierten Aktienjahr 2019, trotz zahlreicher Störfeuer wie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, den Brexitwehen oder der Regierungskrise in Italien, sind auch die Aussichten für 2020 gut.

Daran ändern selbst etwaige kurzfristige Marktentwicklungen nichts. „Die Nachfrage nach Aktien wird weiterhin steigen“, folgert Meier. „Im Kontext des Vermögensaufbaus führt an dieser Anlageklasse kein Weg vorbei, zumal Federal Reserve und Europäische Zentralbank auf absehbare Zeit an ihrem geldpolitischen Kurs festhalten werden.“ Insgesamt sei zu erwarten, dass dank positiver Geschäftsentwicklungen sowohl die Investitionsbereitschaft der Unternehmen als auch ihre Gewinneinschätzungen weiter ansteigen dürften.

„In diesem Umfeld, in welchem Anleihen kaum ansehnliche Rendite abwerfen, sind Dividendenaktien und -strategien eine lohnende Alternative: Sie bringen dem Anleger regelmäßige und planbare Erträge“, erklärt der Investmentexperte von MainFirst Asset Management. Dividenden können über die Zeit einen signifikanten Wertbeitrag erbringen und sollten daher bei der Investitionsausrichtung berücksichtigt werden.

Allerdings ist bei der Titelauswahl Vorsicht geboten: „Eine hohe Dividende ist nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal für eine Aktie. Anleger, die einzig und allein auf die Dividendenrendite schielen, können böse Überraschungen erleben“, gibt Meier zu Bedenken. „Für nachhaltig erfolgreiches Anlegen ist die Dividendenkontinuität als Anlagekriterium viel tauglicher als der zentrierte Blick auf die Dividendenrendite. Mehr noch, Dividenden sollten eben nicht als absolute Kennzahl betrachtet werden, sondern immer in der Gesamtschau mit Bewertung, Nachhaltigkeit, Marktpositionierung und Unternehmensstrategie.“

Ein solches Bündel an Faktoren mache eine erfolgreiche Dividendenstrategie aus. In diesem Kontext spielen für Meier, Fondsmanager des MainFirst Global Dividend Stars, klein- und mittelgroßkapitalisierte Unternehmen mit langfristig attraktiven Perspektiven eine besondere Rolle: „Wir mögen insbesondere familiengeführte Mittelstandsunternehmen und Hidden Champions. Sie können im Rahmen einer sogenannten Barbell-Strategie eine sinnvolle Beimischung zu konservativen, defensiven Kerninvestments bilden.“

Der Fokus von Meier liegt auf solchen Subsektoren, die nach seiner Meinung eine Neubewertung erfahren sollten. Insbesondere zielt er auf die Bewertungsdiskrepanz zwischen Value- und Wachstumstiteln sowie Europa und USA ab, zumal sich in den vergangenen Jahren viele Anleger einseitig auf sogenannte Wachstumstitel konzentriert haben. „Dieser eklatante Bewertungsunterschied könnte noch erhebliches Wertpotenzial in sich bergen. Ein Aspekt, dem Anleger mehr Aufmerksamkeit schenken sollten“, rät er.

Foto: Shutterstock

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