27. Februar 2020, 14:37
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ESG-Kriterien passen nicht zur Gold- und Bergbaubranche

Joe Foster, Portfolio Manager bei VanEck, kritisiert, dass die ESG-Kriterien, die von Ratingagenturen festgelegt werden, nicht zur Gold- und Bergbaubranche passen. Er weist darauf hin, dass die ESG-Performance eines Bergbauunternehmens eben nicht mit einem Handelsunternehmen, Luftfahrt- oder Halbleiterunternehmen vergleichbar ist. Denn je näher sich ein Sektor am Verbraucher bewegt, umso niedriger ist im Allgemeinen sein ESG-Risiko.

Gold in ESG-Kriterien passen nicht zur Gold- und Bergbaubranche
Er hebt hervor, dass die Branche bereits ein hohes Maß an Umwelt- und Sozialkriterien aufweist. Der Bergbau schafft Arbeitsplätze und verhilft weniger entwickelten Ländern zu Gesundheitsfürsorge und Bildung, in denen seines Erachtens ansonsten nur wenige Unternehmen oder NGOs tätig wären. In Gegenden wie Nevada, Westaustralien oder Kanada unterstützt der Bergbau einen Großteil der ländlichen Wirtschaft, des Lebensstils und der Kultur.

Daher muss jede ESG-Analyse zusätzlich zu den standardisierten ESG-Checklisten und den öffentlichen, von Ratingagenturen genutzten Informationen auch die Arbeit der Unternehmen vor Ort berücksichtigen.

Die Goldbranche hat deshalb 2019 Grundsätze für einen verantwortungsbewussten Goldbergbau (Responsible Gold Mining Principles, RGMP) veröffentlicht. Die RGMP legen zehn ESG-Grundsätze mit 51 Punkten fest, über die Unternehmen berichten müssen. In diesen Grundsätzen wurden eine Reihe bereits genutzter weltweiter Standards und auch Beiträge von Interessengruppen und Agenturen zusammengeführt.

Sie zielen darauf ab, das Vertrauen von Anlegern und Verbrauchern auf eine ethisch korrekte Goldgewinnung zu stärken. Die Einhaltung der Grundsätze wird jährlich durch die öffentliche Berichterstattung und eine Prüfung durch Dritte am Standort des Bergbaubetriebs und auf Unternehmensebene sichergestellt. Zudem hat sich der World Gold Council ehrgeizige Ziele gesetzt, die Nettoemissionen bis zum Jahr 2050 auf null zu senken.

Dies soll durch Prozessverbesserungen, Dekarbonisierung des Transports und der Elektrizität, Energieautarkie und einen Emissionsausgleich erreicht werden. Joe Foster ist der Meinung, dass eine breite Umsetzung aber noch Jahre von der Realität entfernt ist.

Foto: Shutterstock

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