„Wettlauf der Zentralbanken geht weiter“

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, seitdem die Notenbanken derart auf das Bremspedal getreten haben wie derzeit. „Um die Folgen ihrer zu lange zu harmlosen Inflationseinschätzungen und damit zu expansiven Geldpolitik einzufangen, erhöhen die westlichen Zentralbanken ihre Leitzinsen weiter im Rekordtempo“, sagt Robert Greil.

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, seitdem die Notenbanken derart auf das Bremspedal getreten haben wie derzeit. „Um die Folgen ihrer zu lange zu harmlosen Inflationseinschätzungen und damit zu expansiven Geldpolitik einzufangen, erhöhen die westlichen Zentralbanken ihre Leitzinsen weiter im Rekordtempo“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck geht dabei davon aus, dass „die Fed weiter ganz klar den Ton angeben wird.“ Greil: „Solange die Fed als Leithammel der westlichen Notenbanken ihren Leitzinsturbo nicht zügelt, wird auch die EZB – soweit es die Konjunktur erlaubt – die Zinsen anheben, auch um den Euro nicht noch weiter zu schwächen. Letztendlich geht damit der Wettlauf der Zentralbanken weiter.“

Am kommenden Mittwoch wird die US-Notenbank ihre nächste Leitzinsanhebung – auf Basis der August-Inflationsdaten aller Voraussicht nach um 75 Basispunkte – bekannt geben. Von Seiten der EZB halten wir bei ihrer nächsten Sitzung einen ebenso hohen Schritt für wahrscheinlich, zumal die Inflation im Euroraum anders als in den USA noch weiter steigen und noch hartnäckiger auf dem hohen Niveau verharren dürfte. Die Bank of England hat wegen der royalen Trauerfeierlichkeiten ihre Sitzung um eine Woche auf Donnerstag verschoben. Dann wird sie – anders als die Bank of Japan, die am selben Datum tagt – ihren Leitzins ein weiteres Mal nach oben schleusen.

Damit stehen die Zentralbanken kommende Woche im Fokus und am Sonntag in einer Woche dann die italienischen Parlamentswahlen. In Sachen Konjunkturdaten werden die sowohl in Europa wie auch in den USA am Freitag anstehenden vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für den September wohl eine weitere Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität im Westen zeigen. Und während hier zu Lande am Dienstag noch die Produzentenpreise für den August publiziert werden, richten sich die Blicke für den gesamten Euroraum am Donnerstag auf das rekordniedrige Verbrauchervertrauen im laufenden Monat.

In den USA gehen wir davon aus, dass die diversen Immobiliendaten, die bis Mittwoch anstehen, die dort angelaufene Abkühlung des Wohnimmobilienmarktes bestätigen. Und während in Großbritannien das GfK-Verbrauchervertrauen für September am Freitag kommt, sind nächste Woche am Dienstag in Asien Japans Inflationszahlen für August das Makrodaten-Highlight.

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