Ausbau der Windenergie: Rückgang auf hohem Niveau

Im ersten Halbjahr 2015 wurde in Deutschland eine Windenergie-Leistung von netto 1.093 Megawatt (MW) zugebaut. Dies entspricht einem Rückgang um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit dem Rekordwert von 1.659 MW, wie der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Maschinenbau-Verband VDMA mitteilten.

Der VDMA erwartet einen Jahreszubau von netto 4.000 bis 4.500 MW.

Dennoch war das erste Halbjahr 2015 das zweitbeste der Geschichte der Windenergie in Deutschland, so die Verbände.

Der VDMA erwartet ein starkes zweites Halbjahr und einen Jahreszubau von netto 4.000 bis 4.500 MW. Dies ergibt eine Gesamtleistung der Windenergie an Land von mindestens 42.000 MW zum Jahresende.

Laut BWE drohen im Jahr 2016 drei Restriktionen: Erstens setze die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankerte Degression der Vergütung ein. Zweitens schaffe die bei negativen Strompreisen über einen längeren Zeitpunkt ausgesetzte Vergütung ab dem kommenden Jahr zusätzliche Unsicherheit. Drittens ziehe das Zinsniveau wieder an.

Weltmarkt wächst um fünf Prozent jährlich

„Die deutsche Windindustrie ist mit einem starken Heimmarkt und einer Exportquote von bis zu 60 Prozent gesund. Der Weltmarkt wächst von einem Niveau von 50.000 MW in 2014 jährlich um etwa fünf Prozent. In Deutschland gefertigte Anlagen machen ein Fünftel der 2015 global installierten Leistung aus. Doch der Ausbau von Windenergie an Land muss sich auch in Deutschland künftig gleichförmig entwickeln. Denn die Windturbinenhersteller und ihre gesamte Lieferkette sind belastet durch den ständigen Wechsel zwischen Phasen der Investitionszurückhaltung wegen unsicherer künftiger Rahmenbedingungen und Phasen mit Schlussverkaufsstimmung durch Vorzieheffekte“, sagte Matthias Zelinger, Geschäftsführer des VDMA.

„Dafür sollten die Volumina für Ausschreibungen ab dem Jahr 2017 geglättet werden und den durchschnittlichen Abbau über einen längeren Zeitraum berücksichtigen“, forderte er. (kb)

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Foto: Shutterstock

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