DIW sieht deutsche Wirtschaft auf Kurs

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) prognostiziert für dieses Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent und für das kommende Jahr um 1,9 Prozent. Damit halten sie an ihrer Prognose vom Juni fest.

Gute Konjunkturdaten dank Konsum: Die Frankfurter Zeil zählt zu den umsatzstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands.

Allerdings betonen die Berliner Konjunkturforscher, dass die Risiken nicht weniger werden – ganz im Gegenteil: Im Euroraum kämpfen nach wie vor viele Länder mit einer hohen privaten und öffentlichen Verschuldung, Problemen im Bankensektor und mit einer hohen Arbeitslosigkeit. In China und anderen Schwellenländern ist das Wachstum fragil. Dies gilt umso mehr, als im Zuge der bevorstehenden US-Zinswende vermehrt Kapital aus den Schwellenländern abfließen könnte, was deren konjunkturelle Dynamik möglicherweise zusätzlich dämpft.

Wachstumsbeitrag des Außenhandels in 2016 geringer

Obwohl das weltwirtschaftliche Umfeld insgesamt also besser sein könnte, läuft der deutsche Außenhandel nach wie vor gut, auch wenn er vor allem im nächsten Jahr nur wenig zum Wachstum beitragen dürfte. Dies liegt allerdings nicht an Problemen bei den Exporten, sondern an den kräftig steigenden Importen aufgrund der Binnennachfrage. Diese bleibt die Konjunkturstütze – nicht zuletzt aufgrund des privaten Konsums, der dank der guten Arbeitsmarktlage und der geringen Preissteigerungen weiter zulegt. Auch die Konsumnachfrage der nach Deutschland geflohenen Menschen wird sich bemerkbar machen.

Infolge der steigenden Flüchtlingszahl werden die Ausgaben von Bund, Ländern und Kommunen zwar steigen – dennoch werden die öffentlichen Haushalte in beiden Jahren mit hohen Überschüssen abschließen. (fm)

Foto: Jörg Hackemann/Shutterstock

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