Gold: Matter Glanz

Michael Beck, Leiter Asset Management beim Bankhaus Ellwanger & Geiger, über die Perspektiven bei der Goldpreisentwicklung.

Michael Beck, Ellwanger & Geiger

Nun ist es also so weit – der Goldpreis bewegt sich auf die Marke zu, bei der große US-amerikanische Investmentbanken den Goldpreis gesehen haben. In Richtung 1.000 US-Dollar pro Feinunze. Gemessen am ehemaligen Höchststand von rund 1.920 US-Dollar im September 2011 bedeutet der aktuelle Kurs von 1.093 US-Dollar einen veritablen Rückgang um 43 Prozent. Zum Jahresbeginn gerechnet beläuft sich der Preisrückgang in US-Dollar auf 7,5 Prozent.

Enttäuschende Entwicklung

Aus Sicht eines Euroanlegers verbleibt durch die US-Dollar-Aufwertung sogar ein Plus von 4,5 Prozent. In der Summe jedoch eine enttäuschende Entwicklung für all jene, die im Gold das sichere Investment schlechthin erblickt haben. Inflationshysterische Privatinvestoren, die vor Jahren bedenkenlos Gold gekauft haben, sitzen nun auf dramatischen Buchverlusten.

Unruhige Zeiten für Minenunternehmen

Liegt das Gold im Schließfach, wird sie das kaum stören, da der Sicherheitsaspekt des physischen Goldes mit Sicherheit noch höher bewertet wird als die alltäglichen Preisschwankungen der Goldpreisnotierungen. Weniger ruhig schlafen derzeit die Manager von Minenunternehmen. Deren Kosten und Verschuldungsquoten sind in den letzten Jahren stark gestiegen und ein Goldpreis von ca. 1.000 US-Dollar oder sogar darunter wird viele Minenunternehmen an ihre Existenzgrenze bringen.

Diversifikation ist unumgänglich

Eine alte Börsenweisheit bringt sich hier in Erinnerung. Sehr günstige Titel sind nicht davor gefeit, noch günstiger zu werden. Innerhalb einer diversifizierten, global ausgerichteten Aktienstrategie kann zumindest antizyklisch daran gedacht werden, Positionen aus dieser Branche zu verbilligen oder aufzubauen. Der Schwerpunkt sollte dabei aber auf wiederum hoch diversifizierte Branchenfonds gelegt werden.

Foto: Ellwanger & Geiger

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