RAM: September keine Option für Zinsschritt der Fed

Die Panik, die durch die chinesische Zentralbank mit der Abwertung ihrer Währung um drei Prozent ausgelöst wurde, ändert nach Aussage der RAM Active Investments den Zeitplan der amerikanischen Notenbank Fed für die erwartete Zinswende.

US-Leitzinsanhebung im September scheint gebannt.

Dafür gibt es aus Sicht von RAM mindestens drei Gründe: Erstens ist diese Abwertung, die unter dem Deckmantel einer geänderten Kursfestlegung der Währung auftritt, welche mit einer Reihe von Maßnahmen einhergeht (insbesondere Senkung der Zinssätze und der Mindestreservesätze), geeignet, eine zu starke Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit zu vermeiden und die Kurseinbrüche an der chinesischen Börse sowie das daraus resultierende Abziehen von Kapital zu stoppen.

Zweitens wirft eine solch überraschende Entscheidung zwangsläufig Zweifel auf in Bezug auf den einmaligen Charakter dieser Anpassung und der erste Reflex besteht darin, weiterhin Yuan zu verkaufen, bevor es zur nächsten Abwertung kommt (s. Spread zwischen Yuan Onshore und Yuan Offshore).

Drittens erinnert diese Entwicklung an einen Währungskrieg (s. Rückgang der übrigen Devisenkurse in Asien oder den Schwellenländern) und lässt das Deflationsrisiko in den Industrieländern wieder erwachen.

Marktliquidität schwindet

Insgesamt gesehen, kann die Fed warten. Der Hinweis auf eine mögliche Anhebung zwischen zwei offiziellen Sitzungen des Offenmarktausschusses (Oktober?) ist nach Ansicht von RAM die klare Botschaft, dass September keine Option mehr ist. Im Monatsverlauf gab es eine allgemeine Ausweitung der Spreads und ein plötzliches Verschwinden der Marktliquidität. Erwähnenswert ist dabei, dass die Rendite 10-jähriger US-Schatzanleihen im August mit einem leichten Plus schloss (2,22% gegenüber 2,18%), sodass nicht von einem klassischen „Flight-to-Quality“ die Rede sein kann.

Asiatische Investment-Grade-Anleihen überzeugen

Wahrscheinlich haben die Verkäufe der chinesischen Zentralbank diese klassische Reaktion geändert. Es gab erneut eine Verflüchtigung der Liquidität angesichts bescheidener Verkaufsströme (s. verminderte ETF-Bestände), insbesondere in den Segmenten EM und HY (durchschnittliche Rückgänge von -1% und -2%). Allerdings ist die Korrektur der auf US-Dollar lautenden Schwellenländeranleihen im Vergleich zu den auf lokale Währungen lautenden Schwellenländeranleihen mäßig (-4,5% gemessen in USD), so RAM. Es ist vor allem festzustellen, dass sich die asiatischen IG-Anleihen insgesamt besser entwickelten als die Investment Grade-Anleihen (IG-Anleihen) der gesamten Schwellenländer (-0,58% gegenüber -1,08%), trotz der Tatsache, dass Asien und China den Mittelpunkt des Erdbebens bildeten.

Simultanzündung von Anleihen aus USA, Europa und den Schwellenländern

Insgesamt ähnelt die Performance der Indizes IG-US-Unternehmensanleihen (-0,67%), IG-EU-Unternehmensanleihen (-0,76%) und der IG-EM-Unternehmensanleihen (-1,08%) einer Simultanzündung. Aber innerhalb der Indizes finden sich starke Unterschiede, insbesondere je nach Abhängigkeit von China, den Grundstoffen und den Konjunktur- und Kreditzyklen.

Fallstricke umgehen und Gelegenheiten auswählen

Nun geht es nur noch darum, die vorübergehenden Auswirkungen in Verbindung mit der Funktionsweise des Marktes, die dauerhaften Auswirkungen (die anfälligen Länder im Bereich der Schwellenländer) und die sensiblen Sektoren (mit Überkapazitäten und großer Hebelwirkung) zu differenzieren. RAM ist davon überzeugt, dass man sich in einem komplexen Umfeld befindet, in dem es umso wichtiger ist, Fallstricke zu umgehen und Gelegenheiten auszuwählen. (fm)

Foto: Shutterstock

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