Blackstone-Chef in Davos: „Regulierung hat die Welt gefährlicher gemacht“

Der Chef der weltgrößten Beteiligungsgesellschaft Blackstone, Steve Schwarzman, hat Finanzaufsichtsbehörden eine schlechte Arbeit attestiert.

Zum 46. mal findet das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) vom 20. bis 23. Januar 2016 in Davos statt. Zu dem Treffen werden rund 2500 Teilnehmer erwartet, darunter mehr als 40 Staats- und Regierungschefs.

Erst sei es ihnen nicht gelungen, die Finanzkrise zu verhindern, und dann bremsten sie in Europa auch noch die Erholung der Bankenbranche. „Regulierung hat die Welt gefährlicher gemacht“, sagte Schwarzman am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Ich glaube nicht, dass es zu guten Ergebnissen führt, die Dinge einfach nur in die Hände von Regulatoren zu legen.“

Schwarzmann bemängelt „Spaltung Europas“

Nach der Krise hätten die verschärften Vorgaben auch ungewollte Nebenwirkungen gehabt, klagte der Geldmanager. So hätten sich einige Banken aus dem Anleihehandel zurückgezogen, weil dieser sich unter den neuen Kapitalregeln nicht mehr lohnte. Blackstone selbst habe wegen der scharfen Vorgaben eine mögliche Übernahme einer Privatbank in der Schweiz aufgegeben. Zugleich bescheinigte Schwarzman allerdings den US-Behörden nach der Krise eine gute Arbeit. Dort haben sich die Großbanken längst von Krise erholt und erwirtschaften oft höhere Gewinne als jemals zuvor. Europa sei einfach zu gespalten, bemängelte Schwarzman.

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Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem wies die Generalkritik zurück. „Bitte sagen sie nicht, dass wir die Banken überreguliert haben“, sagte der Niederländer. Er verwies darauf, dass zuvor die Regierungen zu extrem hohen Kosten für die Steuerzahler viele Banken vor dem Zusammenbruch retten mussten. Darunter litten viele Staaten bis heute.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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