Brexit: „Nicht einfach eine Tür, die zugeschlagen wird“

Die Anbieter von Sachwertanlagen bedauern, dass die Mehrheit der Briten gegen einen Verbleib in der Europäischen Union gestimmt hat. Mit Blick auf die eigene Branche könnte das Brexit-Votum zu weiter steigenden Anlagen im Bereich Sachwerte führen.

Für den Brexit stimmten 51,9 Prozent der Briten, 48,1 Prozent stimmten für den Verbleib in der EU.
Für den Brexit stimmten 51,9 Prozent der Briten, für den Verbleib in der EU 48,1 Prozent.

Anselm Gehling, CEO der Dr. Peters Group, befürchtet, dass das Votum gravierende politische und wirtschaftliche Folgen für England haben wird. „Diese haben aber offenbar in der Diskussion um den Brexit keine genügende Beachtung gefunden“, so Gehling gegenüber Cash.Online. Tendenzen, dass Schottland und Nordirland in der EU verbleiben wollen, seien gut und naheliegend.

Mit Blick auf die Kapitalmärkte erwartet er in den nächsten Wochen eine Normalisierung. „Nicht zuletzt auch deshalb, weil Großbritannien und die EU die bestehenden Handelsbeziehungen durch entsprechende Verträge beibehalten werden“, so Gehling. Bezüglich der Geschäftsentwicklung des eigenen Unternehmens geht er mittel- bis langfristig von keinen nachteiligen Folgen aus: „Im Gegenteil, das Brexit-Votum wird die Nullzinsphase in der Euro-Zone eher verlängern und zu weiter steigenden Anlagen im Bereich der Sachwerte führen.“

Phase der Umorientierung

Aus Sicht von Mario Schüttauf, Fondsmanager des offenen Immobilienfonds Hausinvest von Commerz Real, bedeutet der geplante Austritt Großbritanniens einen Rückschritt für die Entwicklung der EU und eine Phase der Umorientierung insgesamt. Zunächst bleibe aber abzuwarten, wie sich der mehrere Jahre andauernde Austrittsprozess gestalten wird.

Der operative Betrieb von Commerz Real ist laut Schüttauf auf einen Austritt Großbritanniens aus der EU vorbereitet: „Wir haben uns seit Längerem mit diesem Szenario auseinandergesetzt und entsprechende Vorkehrungen getroffen, wobei sich unsere britischen Aktivitäten auf unseren offenen Immobilienfonds Hausinvest beschränken.“ Großbritannien, insbesondere der Standort London, werde trotz der Brexit-Entscheidung ein wichtiger globaler Immobilienmarkt bleiben.

Seite zwei: Vergleichbare Entwicklungen verhindern

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