Anzeige
4. Januar 2016, 13:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Eskalation im Nahen Osten lässt Ölpreise steigen

Eine Eskalation des politischen Konflikts zwischen Saudi-Arabien und dem Iran hat die Anleger am Ölmarkt verunsichert. Die insgesamt äußerst niedrigen Preise legten am Montag wieder etwas zu. Experten rätseln darüber, wie sich die zugespitzte Lage im Nahen Osten am Ölmarkt weiter auswirken wird.

Lf Sser in Eskalation im Nahen Osten lässt Ölpreise steigen

Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien sorgt für Turbulenzen auf dem Ölmarkt

Saudi-Arabien hat am Sonntagabend nach einem Angriff auf die saudische Botschaft in Teheran angekündigt, die diplomatischen Beziehungen zu dem Erzrivalen Iran abzubrechen. Hintergrund des Angriffs auf die Botschaft waren Proteste gegen die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen und 46 weiterer Männer in Saudi-Arabien. Saudi-Arabien zog sein Botschaftspersonal aus Teheran ab und gab den iranischen Diplomaten 48 Stunden Zeit, Saudi-Arabien zu verlassen. Es handelt sich um die schwerwiegendste Krise der diplomatischen Beziehungen seit den 1980er Jahren.

Weitere Auswirkungen auf den Ölmarkt sind unklar

Für den Ölmarkt hat der Konflikt eine hohe Bedeutung, weil die rivalisierenden Länder wichtige Ölexporteure sind. Die Aussicht auf ein sinkendes Angebot trieb die Preise am Montag im frühen Handel deutlich in die Höhe. Bis zum Mittag gaben sie jedoch wieder etwas nach. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar lag zuletzt noch bei 38,03 US-Dollar und damit 75 Cent im Plus. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 37 Cent auf 37,42 Dollar. Laut Experten ist unklar, wie sich die zugespitzten Lage auf die weitere Entwicklung am Ölmarkt auswirken wird.

LBBW-Analyst: “Alles ist möglich”

“Konflikte zwischen wichtigen Ölexportländern wirken am Markt grundsätzlich eher preistreibend, weil sie die Produktion dämpfen könnten”, sagt Frank Schallenberger, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). “In diesem Fall ist aber eigentlich alles möglich. Denkbar wäre beispielsweise auch, dass Saudi-Arabien bei der Ölförderung noch eine Schippe drauf legt, um dem Iran zu schaden.”

Chinas Aktienhandel ausgesetzt

Für Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank, ist jedenfalls klar, dass eine weitere Eskalation schwerwiegende Folgen hätte. “Eine direkte militärische Auseinandersetzung der beiden Hegemonialmächte des Mittleren Ostens hätte gravierende Auswirkungen auf das globale Ölangebot”, so Weinberg. “Eine gewisse Risikoprämie auf den Ölpreis ist daher gerechtfertigt, selbst wenn aktuell deutlich zuviel Öl auf dem Markt ist.” Der Preisauftrieb wurde am Montag von einem unerwartet starken Rückgang der Industrieaktivitäten in China etwas gedämpft. Der chinesische Aktienhandel ist nach deutlichen Kursrückgängen für den Rest des Tages ausgesetzt worden. Insgesamt befinden sich die Ölpreise wegen eines außerordentlich hohen Angebots auf sehr niedrigem Niveau. Im Laufe des vergangenen Jahres waren die Preise für beide Ölsorten um etwa ein Drittel in die Tiefe gerauscht.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Altersvorsorge: Frauen vernachlässigen Rentenplanung

Bei vielen Deutschen wächst die Angst vor Altersarmut, besonders bei Frauen. Eine aktuelle Studie gibt diesen Sorgen Recht indem sie zeigt, dass sich nur gut die Hälfte der Frauen (57 Prozent) mit der Planung ihrer Rente beschäftigt oder diese abgeschlossen hat.

mehr ...

Immobilien

Mietlager profitieren von höheren Wohnkosten

Die Urbanisierung und steigende Mieten treibt auch die Gebühren für Mietlager. Immer mehr Menschen suchen externe Lager, um die Miete für mehr Lagerraum in der eigenen Wohnung zu sparen. Der Markt wächst auch in Deutschland.

mehr ...

Investmentfonds

“Einführung des Euro war Europas größter Fehler”

Eine stabile europäische Währungsunion wird nie existieren. Darüber sind sich die Europa-Experten einig, die beim zweiten Feri Science-Talk über die Zukunft und Schwierigkeiten des Euro diskutiert haben. Keiner der Lösungsvorschläge scheint gut genug, um die wachsenden Probleme zu lösen.

mehr ...

Berater

Banken: Diesen Instituten vertrauen die Kunden

Welche Banken genießen das höchste Kundenvertrauen? Dieser Frage ist das Kölner Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit dem Magazin “Wirtschaftswoche” nachgegangen. Im branchenübergreifenden Vertrauensranking liegen die Institute – bis auf die Privatbanken – im Mittelfeld.

mehr ...

Sachwertanlagen

Autark Invest: Vertrieb mit abgelaufenem Prospekt?

Die Finanzaufsicht BaFin weist auf ihrer Website darauf hin, das der Verkaufsprospekt der Autark Invest GmbH, Olpe, “ungültig” ist. Er hat sein gesetzliches Haltbarkeitsdatum überschritten.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...