Anzeige
24. April 2018, 11:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

Shutterstock 238804552 in HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Krise in der internationalen Handelsschifffahrt dauert schon zehn Jahre.

Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den der Verwaltungsrat der HSH Portfoliomanagement (PM) am Montag in Kiel genehmigte. Im Jahr 2016 hatte die Anstalt öffentlichen Rechts noch einen Verlust von 505 Millionen Euro verbucht. Der deutlich geringere Verlust 2017 sei darauf zurückzuführen, dass nur noch zwei Millionen Euro zusätzliche Risikovorsorge für gefährdete Kredite getroffen worden sei – statt 470 Millionen Euro wie 2016, erläuterten die Vorstände Ulrike Helfer und Karl-Hermann Witte.

“Wir erwarten derzeit den Verlauf des Geschäftsjahres 2018 etwas positiver als den des vergangenen Jahres”, sagte Witte und fügte hinzu: “Aber es wird eine Herausforderung bleiben, ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis mit diesem ausschließlich notleidenden Kreditportfolio in den hochvolatilen Märkten zu erzielen.” Zugleich betonte er mit Blick auf 2017: “Ein negatives Ergebnis können wir nicht schönreden.”

Die Anstalt hatte im Auftrag der Länder am 1. Juli 2016 im Zuge des damals geplanten und inzwischen erfolgten Verkaufs der HSH Nordbank schlechte Kredite der Bank im Nominalwert von 4,1 Milliarden Euro übernommen und dafür 2,4 Milliarden Euro bezahlt. Die HSH Nordbank habe selber die abzugebenden Kredite ausgewählt, betonte Witte.

Noch 214 Schiffe als Sicherheit

Es ging darum, die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein von den schlimmsten Lasten zu befreien und für einen Verkauf attraktiver zu machen. Die PM müsse das übernommene Kreditportfolio von notleidenden Schiffsfinanzierungen “wertschonend” abwickeln. Ziel sei, dass am Ende die Steuerzahler so stark geschont werden wie möglich.

Ursprünglich standen 253 Schiffe als Sicherheit, die aber wegen der Überkapazitäten auf dem Schiffsmarkt nur schwer zu veräußern sind. 2016 konnten zwei Schiffe als Sicherheit wegfallen, 2017 weitere 37 Schiffe – durch Kredittilgung oder Veräußerungserlöse. Zurzeit verfüge die PM noch über 214 Schiffe als Sicherheit, die nahezu alle für den Handel genutzt würden und nicht auf Reede lägen, sagte Helfer.

Für sie und Witte stellt es sich derzeit so dar, als wenn die Schifffahrtskrise durchschritten sei. Der Seehandel sei 2017 stärker gewachsen als das Weltwirtschaft, sagte Helfer. Und die unter den Betriebskosten liegenden Frachtraten für Containerschiffe seien endlich wieder gestiegen. Aber es gebe große Unsicherheiten wie die Gefahr eines Wirtschaftskrieges etwa zwischen den USA und China.

Seite 2: Noch 3,9 Milliarden Euro ausstehend

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Neue Bestmarke von Fonds Finanz

Der Münchner Maklerpool Fonds Finanz meldet einen positiven Verlauf für das Geschäftsjahr 2017 mit erneut gestiegenem Umsatz.

mehr ...

Immobilien

ZIA: Pläne für Bestellerprinzip setzen einen falschen Fokus

Medienberichten zufolge prüft Bundesjustizministerin Katarina Barley aktuell, ob sich das Bestellerprinzip auch auf Immobilienverkäufe übertragen lässt und künftig derjenige die Kosten zu tragen habe, der den Makler beauftragt – in der Regel also der Verkäufer. Der ZIA Zentraler Immobilienschuss sieht die Ursache für hohe Kaufnebenkosten an anderer Stelle.

mehr ...

Investmentfonds

Albayrak dankt für deutsche Unterstützung

Katar bietet der Türkei an, 15 Milliarden Dollar in die Türkei zu investieren. Doch die Lage bleibt angespannt. Inzwischen hat Albayrak auch mit Olaf Scholz und Emmanuel Macron telefoniert. Die Festnahmen deutscher Staatsbürger enden dennoch nicht.

mehr ...

Berater

Schiffsfinanzierung: Betrugsprozess in Kiel gestartet

Zwei Männer müssen sich seit Donnerstag vor dem Kieler Landgericht in einem Betrugsverfahren um eine angebliche Schiffsfinanzierung verantworten. Dies berichten die “Kieler Nachrichten”.

mehr ...

Sachwertanlagen

Publity kauft in Schwaben zu

Die Leipziger Publity AG hat eine vollvermietete Büroimmobilie in Sindelfingen bei Stuttgart erworben. Das Multi-Tenant-Objekt wurde im Jahr 1992 erbaut und verfügt über insgesamt knapp 6.500 Quadratmeter Mietfläche.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...