Anleger werden wählerischer mit zunehmendem Fortschreiten des Konjunkturzyklus

Ähnliches spielte sich Mitte der 2000er Jahre im Wohnimmobilienbereich ab. Anleger kauften Anleihen und strukturierte Produkte, die an Kredite für Wohnimmobilien gebunden waren, in der Annahme, 1) die Häuserpreise würden niemals fallen, und 2) Hausbesitzer würden ihre Hypotheken weiterhin zahlen. Beide Annahmen erwiesen sich als falsch.

Ist es dieses Mal anders?

Teilweise. Heute kommt es in der Realwirtschaft zu weniger Exzessen. Das ist auch ein Grund dafür, dass der momentane Konjunkturzyklus schon lange andauert, aber unterdurchschnittlich stark ist.

Heute sind die Anleger weniger euphorisch als 1999 und 2007, und anders als in den letzten beiden Zyklen gibt es keine offensichtlichen Blasen, die kurz vor dem Platzen stehen und so ein Ende des Zyklus herbeiführen.

Hohe Margen sind nicht immer langfristig nachhaltig

Meiner Meinung nach sind sich die Anleger jedoch nicht bewusst, dass die heutzutage von vielen Unternehmen verzeichneten hohen Margen nicht nachhaltig sind. Nur wenige erkennen, welches Spiel die Finanzvorstände mit Bilanzen und Erfolgsrechnungen treiben, um diese Margen aufrechtzuerhalten.

Aber die CFOs können nur eine begrenzte Anzahl von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Hebeln in Bewegung setzen, um das Unvermeidliche zu vermeiden. Und schrumpfende Margen werden meiner Ansicht nach diejenigen nicht vermeiden, denen ein tragfähiges Wertversprechen fehlt.

Foto: Shutterstock

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