2. Juli 2019, 10:39
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Die Geschichte zweier „Bullen-Märkte“

Seit Jahresbeginn befinden sich sowohl Anleihen wie auch Aktien in einer „Hausse-Stimmung“. Diese Koinzidenz gab es zwar in den letzten Jahrzehnten immer wieder. Trotzdem hatten wir uns spätestens seit der Finanzkrise daran gewöhnt, dass steigende Aktienkurse eher mit fallenden Anleihekursen einhergehen. Wenn dann auch noch die vorgebrachten Gründe für den jeweiligen Kursanstieg vermeintlich einander widersprechen, sollte der aufgeklärte Investor aufhorchen. Ein Kommentar von Dr. Ernst Konrad, Geschäftsführer bei EYB & WALLWITZ Vermögensmanagement. 


Shutterstock 218090794 in Die Geschichte zweier „Bullen-Märkte“

Die Finanzmärkte werden von einem Tauziehen zwischen einem zyklischen Konjunkturabschwung und einer erneuten Lockerung der Geldpolitik in Atem gehalten. Verkompliziert wird die Situation durch den ungelösten Handelskonflikt zwischen den USA und China und politische Entscheidungen auf ad-hoc-Basis (Stichwort „Tweets“), die von ökonomischen oder finanzmarkttheoretischen Modellen gar nicht erfasst werden können.

Der Status quo

Aus konjunktureller Sicht stehen die USA noch am besten da. Der private Verbrauch ist weiterhin stark und die negativen Rückwirkungen des Handelskonflikts halten sich in engen Grenzen (Landwirtschaft und Teile der Halbleiterindustrie). In Europa und in Asien war die Stimmungseintrübung seit Mitte 2018 dramatisch und ist im Gegensatz zu den USA auch mittlerweile in den „harten Daten“ angekommen.

Die Eurozone bewegt sich am Rande der Stagnation und ohne die bereits ergriffenen fiskalischen und monetären Lockerungsmaßnahmen wäre auch das Wachstumsziel von gut 6% für China unerreichbar. Hinzu kommt, dass weltweit die Inflationserwartungen auf dem Rückzug sind. Selbst in den USA sind diese auf 5-Jahres-Sicht seit Ende des 3. Quartals 2018 von 2,5% auf 2% gesunken. Für die Eurozone liegen sie bei knapp über 1%, dem niedrigsten Wert in den letzten 15 Jahren.

Fluch und Segen: Die Kehrtwende der FED

Seit dem Jahreswechsel ist die FED zumindest verbal auf Lockerungskurs eingeschwenkt. Dies hat dazu geführt, dass die Finanzmärkte ihre Zinssenkungserwartungen von 2020 vorgezogen haben und mittlerweile bis Jahresende ein Niveau von unter 2%, also mindestens 0,5% unterhalb des aktuellen Niveaus, eingepreist haben.

Dieser Effekt steckt hinter der positiven Aktienmarktentwicklung spätestens seit März. Die wachsende Angst vor einem nachhaltigen Konjunkturabschwung oder gar einer Rezession konnte deshalb bis jetzt keinen Schaden anrichten.

 

Seite 2: Inverse Zinsstruktur als einziges Warnsignal für Rezession

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