14. September 2019, 10:00
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Scharfe Kritik an EZB-Beschlüssen: Sparer als Hauptverlierer

Mario Draghi war selten unumstritten. Kurz vor seinem Abtritt als EZB-Präsident sind die Widerstände noch einmal besonders groß. Banken und Sparer müssen mit den Folgen des Zinstiefs noch lange leben.

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Die Kritik am erneut verschärften Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) nimmt zu – sowohl von Seiten der Banken als auch aus dem Kreis der Notenbankchefs der Euroländer.

“So weitreichendes Paket wäre nicht nötig gewesen”

«Der EZB-Rat hat nun ein sehr umfangreiches Paket beschlossen, um die Geldpolitik abermals zu lockern. Aus meiner Sicht ist er damit aber über das Ziel hinausgeschossen», sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann der «Bild»-Zeitung (Samstag).

«Ein so weitreichendes Paket wäre … nicht nötig gewesen.» Die wirtschaftliche Lage sei «nicht wirklich schlecht». Kritik kam auch von den Notenbankchefs von Österreich und den Niederlanden, Robert Holzmann und Klaas Knot.

Die EZB hatte am Donnerstag nicht nur die Strafzinsen für geparkte Gelder von Banken von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent verschärft, sondern auch beschlossen, ab November frische Milliarden in Anleihenkäufe zu stecken – und das ohne zeitliche Begrenzung. Die Zinsen will die EZB solange auf Rekordtief halten, bis die Inflation sich nachhaltig dem Ziel von knapp unter 2,0 Prozent angenähert hat.

“Beschuss, mehr Staatsanleihen zu kaufen, erschwert Ausstieg der EZB”

«Mit dem Beschluss, noch mehr Staatsanleihen zu kaufen, wird es für die EZB immer schwerer, aus dieser Politik auszusteigen», warnte Weidmann. «Die Nebenwirkungen und Finanzstabilitätsrisiken der sehr expansiven Geldpolitik nehmen zu, je länger sie dauert.»

Der niederländische Zentralbankchef Knot kritisierte in einer Mitteilung: «Dieses breite Maßnahmenpaket, insbesondere die Wiederaufnahme der Anleihenkäufe, steht in keinem Verhältnis zu den gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen, und es gibt triftige Gründe, an seiner Wirksamkeit zu zweifeln.» Es gebe weder die Gefahr einer Deflation, noch gebe es Anzeichen für eine Rezession.

 

Seite 2: Welche Folgen die Entscheidung hat

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