12. Juni 2019, 12:18
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US-Hypothekenmarkt hat sich deutlich erholt und bietet Chancen für Anleger

Während der globalen Finanzkrise von 2007 bis 2009 standen in den USA hypothekenbesicherte Wertpapiere (Mortgage-backed Securities, MBS) im Rampenlicht. Aufgrund dieser Erinnerungen betrachten einige Anleger diese Anlageklasse nach wie vor mit Skepsis. Allerdings hat sich der MBS-Markt seither stark weiterentwickelt und bietet Fixed-Income-Anlegern die Möglichkeit, eines ihrer aktuellen Hauptprobleme anzugehen – ein Umfeld, in dem traditionelle Anleihen sehr niedrige oder sogar negative Renditen abwerfen, so Tom Mansley, Investment Director bei GAM Investments, in seinem Kommentar.

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Der MBS-Markt ist extrem diversifiziert und bietet ein breites Spektrum von Instrumenten, die sich für Anleger mit unterschiedlicher Risikobereitschaft und bei unterschiedlichsten Marktbedingungen eignen. Bestimmte Arten von MBS besitzen sogar das Potenzial, ein Portfolio von festverzinslichen Anlagen gegen steigende Zinssätze abzusichern – was mit traditionellen Anleihen nur eingeschränkt gelingt.

Der MBS-Markt in den USA ist riesig: Mit einem Volumen von 8 Billionen US-Dollar macht er 23 Prozent des US-Anleihen- bzw. 15% des globalen Anleihenmarktes aus und liegt damit an zweiter Stelle hinter US-Treasuries. Anders als vor zehn Jahren ist dieser Markt heute sehr viel robuster und das systematische Risiko ist daher erheblich geringer als vor der Finanzkrise.

Positive Aussichten für MBS-Markt

 Die Aussichten für diese Anlageklasse sind positiv; Altbestände an Emissionen aus der Zeit vor der Krise erweisen sich als profitabel oder können zu gut prognostizierbaren Preisen liquidiert werden. Zudem haben sie sich in den vergangenen Jahren als vergleichsweise hoch rentierliche und stabile Anlagen erwiesen. Aufgrund der strengen Emissions-Anforderungen weisen nach der Krise gewährte Hypotheken sehr hohe Qualitätsstandards aus.

Für das laufende Jahr erwarten wir ein erhöhtes Volumen an Emissionen, unverändert hohe Qualität und sehr gute Erfüllung der Kreditverpflichtungen. Infolge der niedrigen Arbeitslosigkeit, der geringeren Konsumentenverschuldung in Relation zum Einkommen und der steigenden Hauspreise, sind die Ausfallraten in den USA so niedrig wie zuletzt in den 1990er Jahren (siehe Abbildung im PDF).

Hauspreise in den USA haben sich erholt

Gleichzeitig haben sich die Hauspreise in den USA von ihren Tiefständen aus dem Jahr 2011 erholt. Der extrem hohe Bestand und die geringe Nachfrage in den Jahren 2007 bis 2010 wurden korrigiert. Aktuell herrscht am Wohnimmobilienmarkt eine gesunde Angebots- und Nachfragesituation. Der Bestand an zum Verkauf stehenden Häusern ist derzeit gering, die Neubautätigkeit liegt noch immer unter dem historischen Durchschnitt und die Nachfrage bleibt intakt. Sie wird von der steigenden Zahl neuer Haushalte und der seit dem Jahr 2015 erkennbaren Tendenz gestützt, dass diese neuen Haushalte Wohnraum bevorzugt kaufen.

Die Hauspreise sind seit dem Jahr 2015 um durchschnittlich rund 6 Prozent pro Jahr gestiegen und haben sich wieder ihrem langfristigen Trend angenähert. Der Preisanstieg verlangsamt sich erwartungsgemäß stetig, da Angebot und Nachfrage am Wohnimmobilienmarkt wieder ihr Gleichgewicht finden, während sich gleichzeitig die Bezahlbarkeit von Wohnraum stabilisiert.

Wir erwarten, dass sich der Preisanstieg in den USA weiter verlangsamen wird und auf absehbare Zeit bei durchschnittlich rund 3 Prozent liegen wird. Darüber hinaus verbessert sich die Kreditwürdigkeit am US-Wohnimmobilienmarkt zusehends. Die Zahl der notleidenden Papiere sinkt weiter, die Hauspreise sind gut unterstützt und die MBS-Nachfrage bleibt auf hohem Niveau.

Wo liegen aktuell die Chancen für Anleger?

Wir erwarten im weiteren Verlauf von 2019 keine größeren Herausforderungen für den MBS-Markt. Es gibt zwar einige kleinere Aspekte, die etwas Sorge bereiten, darunter ein potenzieller Konjunkturabschwung Ende 2019. Dies würde einen leichten Druck auf die Beschäftigung und die Hauspreise ausüben. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass sich eine solche Entwicklung auf die erwarteten Erträge aus unseren Anlagen auswirken wird.

Die größten Chancen für den MBS-Markt sehen wir dieses Jahre unter anderem am Markt für Wohnimmobilienhypotheken, wo wir nach wie vor Non-Agency-Anleihen gegenüber staatlich garantierten Agency-Papieren den Vorzug geben. Im kommerziellen Sektor bevorzugen wir Wohnanlagen und Gewerbekredite für kleine Unternehmen.

Zusammenfassend kann man für die Anlageklasse im aktuellen Marktumfeld folgende drei Punkte hervorheben: gute Renditen, niedrige Volatilität und geringe Korrelation mit anderen Anlageklassen.

 

Tom Mansley ist Investment Director im MBS-Team bei GAM Investments in New York.

 

Foto: Shutterstock

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