4. Juli 2016, 11:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kleinanlegerschutz: Was prüft die Bafin überhaupt?

Vor einem Jahr erweiterte das Kleinanlegerschutzgesetz die Befugnisse der Bafin. Geändert hat sich anscheinend wenig. Der Löwer-Kommentar

Loewer009 Ausschnitt-Cash in Kleinanlegerschutz: Was prüft die Bafin überhaupt?

“Die Bafin-Prüfung besteht bei Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz offenbar weiterhin nur aus einer formalen Vollständigkeitskontrolle.“

Kaum war der Löwer-Kommentar der vergangenen Woche zu den grundsätzlich durchaus möglichen Vorzügen von Nachrangkonzepten erschienen, da flatterte der Prospekt einer nachrangigen Namensschuldverschreibung auf den Schreibtisch, der das genaue Gegenteil bestätigt. Er erinnert an die düstersten Zeiten des grauen Kapitalmarkts.

Mit der Mitte Juni im semi-regulierten Bereich des Vermögensanlagengesetzes (VermAnlG) gestarteten Emission will jemand bis zu 75 Millionen Euro Anlegergeld einsammeln und es irgendwie investieren. Irgendwie: In Wertpapiere, Immobilien, Infrastruktur, Unternehmensbeteiligungen. In welchem Verhältnis und nach welchen konkreten Kriterien, bleibt offen. Mindestbeteiligung: Einmalig 1.000 oder monatlich 50 Euro.

Ein-Mann-GmbH

Der Name der Emission spielt keine Rolle; dies ist ein Kommentar- und kein Analyseformat. G.U.B. Analyse wird sich sicherlich noch genauer mit dem Angebot befassen. Doch soviel vorab: Es ist das nackte Grauen.

Unter anderem sind laut Prospekt Investitionen “im weltweiten Börsen-, OTC-, und Brokerhandel in alle möglichen (am Markt angebotenen) Wertpapiere und deren Derivate (Futures und Optionen)” vorgesehen.

Wer glaubt, derlei könne allenfalls ein großes Institut mit globalem Research (und mit einer Zulassung nach dem Kreditwesengesetz), sieht sich getäuscht: Die Emittentin wurde erst im Februar 2016 mit 25.000 Euro Stammkapital im Handelsregister eingetragen. Der alleinige Gesellschafter ist gleichzeitig ihr einziger Geschäftsführer.

Über den persönlichen Hintergrund des Mannes enthält der Prospekt ebenso wenig Informationen wie über weitere personelle oder organisatorische Kapazitäten der Emittentin.

Seite zwei: Bafin stört das nicht

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Richtig. Die Prüfung solcher Produkte ist für einen Vermittler nur unter großem Zeitaufwand und nicht wirklich möglich. Das Haftungsrisiko ist es aber sehr wohl. Wir brauchen deshalb eine Plausibilitätsprüfung des Produktes durch die Bafin gleichzeitig und auch die Haftung der BaFin.

    Kommentar von H. Braun — 5. Juli 2016 @ 07:07

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GDV-Studie: Parkende Autos enormes Risiko für Radler und Fußgänger

Hunderte Fußgänger und Radfahrer verunglücken täglich in Deutschland – und fast jeder fünfte Fall hängt einer Studie zufolge mit parkenden Autos zusammen.

mehr ...

Immobilien

Erbbauzinsen werden trotz Corona überwiegend zuverlässig gezahlt

Rund ein Fünftel der Erbbaurechtsgeber hat aufgrund der Corona-Pandemie Zahlungsausfälle bei den gewerblichen Erbbaurechten zu verzeichnen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Erbbaurechtsverbands hervor. Im Wohnbereich hingegen werden die Erbbauzinsen bisher zuverlässig gezahlt.

mehr ...

Investmentfonds

Hält die Fed eine weitere Überraschung bereit?

Die US-Notenbank (Fed) hat während der aktuellen Covid-19-Krise beispiellose Maßnahmen ergriffen, aber viele Marktteilnehmer fragen sich derzeit, ob sie noch einen Schritt weiter gehen und sich auf ein Zinskurvenmanagement – neben kurzfristigen sollen auch die längerfristigen Zinsen gesteuert werden – einlassen könnte. Ein Kommentar von Lidia Treiber, Director, Research, WisdomTree

mehr ...

Berater

Frauen in Führung kommunaler Firmen unterrepräsentiert

Frauen kommen in den Topetagen kommunaler Unternehmen einer Studie zufolge vor allem in den Bereichen voran, die in der Corona-Pandemie von Bedeutung sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

Engel & Völkers Capital erweitert Vorstand

Tomasz Kalemba (37) wurde zum 1. Mai 2020 in den Vorstand der Engel & Völkers Capital AG berufen. Neben Robin Frenzel und Jörg Scheidler ist er damit das dritte Mitglied des Vorstands.

mehr ...

Recht

Erbrecht: Wann ist eine Testamentsunterschrift gültig?

Für die Unterzeichnung eines notariell errichteten Testaments genügt es, wenn der Erblasser versucht, seinen Familiennamen zu schreiben und die Unterschrift krankheitsbedingt nur aus einem Buchstaben und einer anschließenden geschlängelten Linie besteht, entschied das OLG Köln in seinem Beschluss vom 18. Mai 2020.

mehr ...