ESG: Privatmarkt-Fonds erreichen 1,2 Billionen Euro bis 2025

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Neue Daten von PwC Luxemburg prognostizieren, dass die ESG-Vermögenswerte des europäischen Privatmarktes bis 2025 auf 1,2 Billionen Euro ansteigen werden – dies entspricht einem Anteil von 27,2 % bis 42,4 % an den Vermögenswerten der gesamten Privatmarktbranche, verglichen mit 14,8 % im Jahr 2020.

Grund für die rasante Entwicklung ist laut PwC, dass ESG die europäische Privatmarktlandschaft in einem Tempo und in einer Größenordnung neu erfindet, die seit der Ratifizierung der AIFMD im Jahr 2011 beispiellos ist.

Für den PwC-Report „EU Private Markets: ESG Reboot“ wurden 200 GPs und 200 LPs befragt, die 46,0 Billionen Euro globale AUM repräsentieren – der vollständige Bericht ist hier zum Download verfügbar.

PwC Luxemburg führte außerdem ausführliche Interviews mit einer Reihe von GPs und LPs, um qualitative Einblicke in die Zukunft der Branche und die Rolle, die ESG in fünf Jahren spielen wird, zu gewinnen.

Der Bericht untersucht folgende Themen und zeigt einige Kern-Ergebnisse auf:

Neugestaltung der europäischen Privatmärkte – Im besten Fall werden ESG-Fonds auf dem Privatmarkt die bestehende PM-Landschaft in Europa völlig neu definieren, wobei die GPs die ESG-Revolution in vollem Umfang annehmen und sich an sie anpassen. Sollte dieses Szenario eintreten, werden die ESG-AuM des Privatmarktes um das Fünffache ansteigen und bis Ende 2025 die Marke von 1,2 Billionen Euro überschreiten und 42,4 % des europäischen PM-Vermögens ausmachen. Von diesen 1,2 Billionen Euro werden 75,7 % aus neu aufgelegten Fonds stammen, während die verbleibenden 20,9 % bzw. 3,4 % des Vermögens auf bestehende und neu klassifizierte Fonds entfallen.

Vermögensexplosion in Europa – Diese Vermögensexplosion wird dazu führen, dass Europa allein zwischen 31,0 % und 35,9 % des weltweiten ESG-Privatmarktvermögens ausmachen wird – damit steht die Region an der Spitze der globalen ESG-Landschaft. Das schiere Ausmaß der Vorherrschaft Europas in diesem Bereich wird dazu führen, dass der Einfluss der Region physische Grenzen überschreitet und auf die ganze Welt ausstrahlt.

Verändertes Anlegerverhalten – Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 100 % der LPs, die nicht in ESG-PM-Fonds investieren, dies in den kommenden 24 Monaten tun wollen. 63% der befragten Investoren planen, ihre Allokation in ESG-Fonds im gleichen Zeitraum zu erhöhen – wobei mehr als die Hälfte eine Erhöhung zwischen 10% und 20% anstrebt.

Asset-Klassen im Fokus – Die Studie zeigt eine erhebliche Heterogenität der Asset-Klassen in Bezug auf die aktuelle und erwartete ESG-Verankerung.

  • Private Equity (PE) – Die ESG-AuM von PE werden im Basisszenario bis 2025 auf 292,0 Milliarden Euro ansteigen und damit 20,7 % des gesamten PE-Vermögens ausmachen. Über 90 % dieses Anstiegs von 193,7 Milliarden Euro werden voraussichtlich auf neue Fonds entfallen, was für die proaktivsten GPs eine Chance von über 175 Milliarden Euro darstellt.
  • Immobilien (RE) – Das Basisprognoseszenario geht davon aus, dass die ESG-Vermögenswerte im Immobilienbereich in den kommenden fünf Jahren um 87,4 Milliarden Euro auf 153,2 Milliarden Euro ansteigen und 33,7 % der gesamten RE-Vermögensbasis ausmachen werden.
  • Infrastruktur – In einem Basisszenario werden die ESG-AuM für Infrastruktur bis Ende 2025 voraussichtlich 251,6 Milliarden Euro erreichen, was 40,6 % der gesamten AuM für Infrastruktur entspricht.
  • Private Debt (PD) – Research prognostiziert, dass die ESG-AuM für PD bis 2025 78,8 Milliarden Euro erreichen werden, was 21,3 % der europäischen PD-AuM bis 2025 entspricht.

Will Jackson-Moore, Global Private Equity, Real Assets & Sovereign Funds Leader bei PwC, kommentiert: „In dieser sich schnell entwickelnden Landschaft werden General Partner (GPs) zunehmend gefordert sein, sich mit dem Wind des Wandels anzupassen und ESG in den Mittelpunkt ihrer Investitions-, Risikominderungs- und ALPHA-Strategien zu stellen. Diejenigen, die das schiere Wertschöpfungs- und Schutzpotenzial von ESG erfolgreich nutzen, werden ihre Wettbewerbsposition sichern oder sogar verbessern können.“

Olivier Carré, Financial Services Market Leader & Sustainability Sponsor bei PwC Luxemburg, kommentiert: „General Partner (GPs) werden sich der Tatsache bewusst, dass ESG ein starkes Argument für ALPHA ist. Dies wird durch die Tatsache verdeutlicht, dass GPs im Durchschnitt von einer Prämie zwischen 6 und 10 % profitierten, nachdem sie ESG in ihre Anlagemethoden integriert hatten. Auch wenn dies keineswegs vernachlässigbar ist, sind wir der festen Überzeugung, dass GPs mit starken ESG-Fähigkeiten und -Schwerpunkten nicht nur eine bessere Anlageperformance erzielen, sondern auch eine höhere Anerkennung durch Aktionäre und Stakeholder.“

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