9. Mai 2019, 15:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gesetzentwurf: Neuer Stichtag für “Share Deals”

Das Bundesfinanzministerium hat gestern einen Referentenentwurf vorgelegt, der neben einer Vielzahl von anderen steuerlichen Neuregelungen auch die Novelle des Grunderwerbsteuerrechts enthält. Unter anderem gibt es eine neue Frist und eine Übergangsregelung, die nicht ohne Risiko ist.

 

Bildschirmfoto-2019-02-22-um-10 42 29 in Gesetzentwurf: Neuer Stichtag für Share Deals

Martina Hertwig, Baker Tilly: “Bis Ende 2019 können noch Share Deals nach altem Recht gemacht werden.”

Der inklusive Begründung 225 Seiten umfassende Gesetzentwurf soll nicht weniger als 20 verschiedene Steuergesetze und Verordnungen ändern. Darunter ist das Grunderwerbsteuergesetz (nicht zu verwechseln mit der derzeit heiß diskutierten Grundsteuer, die in dem Referentenentwurf nicht vorkommt).

Wie erwartet soll neu geregelt werden, unter welchen Voraussetzungen Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Anteile an einem Unternehmen mit Immobilienbesitz verkauft werden (“Share Deal”). Bislang ist das bei Personengesellschaften (zum Beispiel bei der für geschlossene Immobilienfonds üblichen GmbH & Co. KG)  der Fall, wenn innerhalb von fünf Jahren mindestens 95 Prozent der Gesellschaftsanteile den Besitzer wechseln.

Während der Gesetzentwurf die bereits bekannten Vorgaben zu Share Deals (Absenkung der steuerauslösenden Grenze auf 90 Prozent und Verlängerung der Haltefrist von fünf auf zehn Jahre, sowie Schaffung eines Ergänzungstatbestandes auch für Kapitalgesellschaften bei Gesellschafterwechsel) unverändert enthält, gibt es auch neue Informationen, teilt die Beratungsgesellschaft Baker Tilly mit.

Neuer Stichtag

Neu ist insbesondere der Stichtag, ab dem die Regelungen in Kraft treten. Martina Hertwig, Partnerin und Wirtschaftsprüferin bei Baker Tilly sowie Mitglied im Vorstand des Immobilienverbands ZIA, kommentiert: „Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Regeln bereits ab 31. Dezember 2018 gelten, dass also laufende Transaktionen betroffen sind. Der Referentenentwurf legt jedoch den 31. Dezember 2019 als Stichtag fest. Das heißt, bis Ende 2019 können noch Share Deals nach altem Recht mit den alten Grenzen gemacht werden.“

Des Weiteren konkretisiert der Entwurf die Übergangsregelungen. Share Deals nach altem Recht, bei denen die bislang geltenden Fristen abgelaufen sind, sind demnach unproblematisch. Das sind also alle Transaktionen, die bis Ende 2014 abgeschlossen worden sind.

Seite 2: Vorsicht bei jüngeren Share-Deals

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Allianz: Dental-Zusatzversicherungen ohne Wartezeit überzeugen im Vertrieb

Die zum 1. Januar 2020 eingeführten Allianz Dental-Zusatztarife ohne Wartezeiten kommen beim Vertrieb und Kunden gut an. Das zeigen die Halbjahreszahlen, die die Allianz Private Krankenversicherungen jetzt veröffentlicht hat.

mehr ...

Immobilien

Urteil: Hausverkäufer haftet nicht für investierte Kosten von Kaufinteressenten

Kaufinteressenten, die bereits vor Abschluss eines notariellen Kaufvertrags Ausgaben tätigen, um den Wert der Immobilie zu prüfen, tun dies auf eigenes Risiko. Sie bekommen die Kosten beim Scheitern der Kaufverhandlungen im Normalfall nicht vom Eigentümer ersetzt. Die W&W-Tochter Wüstenrot Immobilien weist auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf (24 U 21/19) hin.

mehr ...

Investmentfonds

Bafin verdächtigt Wirecard-Ex-Chef Braun des Insiderhandels

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin verdächtigt Ex-Wirecard-Chef Markus Braun des unerlaubten Insiderhandels angesichts eines millionenschweren Aktienverkaufs kurz vor dem Insolvenzantrag. Diesen Verdacht habe die Behörde der Staatsanwaltschaft München angezeigt, bestätigte eine Bafin-Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage entsprechende Berichte.

mehr ...

Berater

Vermittler erwarten Rückgang des Provisionsumsatzes um 14 Prozent

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung hat Ende Juni eine zweite “Corona-Umfrage” durchgeführt, an der 461 Mitglieder teilgenommen haben. Das Ergebnis: Offenbar werden die Makler wieder optimistischer.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds besorgt sich fünf Millionen Euro am Kapitalmarkt

Der Asset Manager Lloyd Fonds AG hat heute die Wandelschuldverschreibung 2020/24 im Nennbetrag von fünf Millionen Euro erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Die Emission stieß insbesondere bei den neuen Investoren auf positive Resonanz.

mehr ...

Recht

“Mein Name ist Hufeld”: BaFin warnt vor Fake-Anrufen und -E-Mails

In Deutschland und der Schweiz gibt es einen besonders dreisten Fall des so genannten Enkel-Tricks.  So geben sich Cyber-Betrüger als Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder seine Pressesprecherin aus. Die BaFin warnt deutlich vor falschen Anrufen und Fake-E-Mails.

mehr ...