20. Februar 2019, 10:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Grundsatzurteil: Urlaub verfällt nicht automatisch

Wer seinen Urlaub nicht beantragt, muss nicht automatisch damit rechnen, dass er verfällt. Eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts nimmt stattdessen Arbeitgeber stärker in die Verantwortung.

Grundsatzurteil: Urlaub verfällt nicht automatisch

Welche Auswirkungen die Entscheidung der Erfurter Richter für Arbeitgeber hat – darüber gingen die Meinungen teils auseinander.

Mehr Rechte für Arbeitnehmer, mehr Aufwand für Arbeitgeber: Nach einem Grundsatzurteil verfallen ungenutzte Urlaubstage nicht mehr automatisch.

Stattdessen müssen Arbeitgeber ihre Beschäftigten in Zukunft auffordern, noch nicht beantragten Urlaub zu nehmen und darauf hinweisen, dass er sonst erlischt. Das hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) am Dienstag in Erfurt entschieden.

Mit ihrem Grundsatzurteil entwickelten die Bundesarbeitsrichter nach eigener Aussagedie Rechtssprechung zu Urlaubsansprüchen weiter. Zuvor hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) Vorgaben gemacht.

Deutlich mehr Aufwand für Arbeitgeber

Nach Ansicht von Experten können Beschäftigte nun prüfen, ob sie vielleicht doch noch Anspruch auf Urlaub haben, von dem sie dachten, dass er verfallen sei.

“Ich würde Arbeitnehmern raten, verfallen geglaubte Urlaubsansprüche nachzufordern – solange es keine tarifliche Verfallsklausel oder eine Verjährung der Ansprüche gibt”, sagte der Tübinger Arbeitsrechtler Hermann Reichold. Mehrere Arbeitsrechtler bezeichneten das Urteil als “arbeitnehmerfreundlich”.

Welche Auswirkungen die Entscheidung der Erfurter Richter für Arbeitgeber hat – darüber gingen die Meinungen teils auseinander. “Für Arbeitgeber bedeutet die Entscheidung auf jeden Fall erheblich mehr Aufwand”, sagte Reichold.

Seite zwei: Wie konkret müssen Hinweise sein?

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GDV-Studie: Parkende Autos enormes Risiko für Radler und Fußgänger

Hunderte Fußgänger und Radfahrer verunglücken täglich in Deutschland – und fast jeder fünfte Fall hängt einer Studie zufolge mit parkenden Autos zusammen.

mehr ...

Immobilien

Erbbauzinsen werden trotz Corona überwiegend zuverlässig gezahlt

Rund ein Fünftel der Erbbaurechtsgeber hat aufgrund der Corona-Pandemie Zahlungsausfälle bei den gewerblichen Erbbaurechten zu verzeichnen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Erbbaurechtsverbands hervor. Im Wohnbereich hingegen werden die Erbbauzinsen bisher zuverlässig gezahlt.

mehr ...

Investmentfonds

Hält die Fed eine weitere Überraschung bereit?

Die US-Notenbank (Fed) hat während der aktuellen Covid-19-Krise beispiellose Maßnahmen ergriffen, aber viele Marktteilnehmer fragen sich derzeit, ob sie noch einen Schritt weiter gehen und sich auf ein Zinskurvenmanagement – neben kurzfristigen sollen auch die längerfristigen Zinsen gesteuert werden – einlassen könnte. Ein Kommentar von Lidia Treiber, Director, Research, WisdomTree

mehr ...

Berater

Frauen in Führung kommunaler Firmen unterrepräsentiert

Frauen kommen in den Topetagen kommunaler Unternehmen einer Studie zufolge vor allem in den Bereichen voran, die in der Corona-Pandemie von Bedeutung sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL vermietet großflächig an Land Berlin

Die KGAL Investment Management hat im “Jannowitz Center” in Berlin-Mitte einen Mietvertrag über rund 13.000 Quadratmeter Büro- und 1.140 Quadratmeter Lagerfläche langfristig verlängert. Mieter ist die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin.

mehr ...

Recht

Erbrecht: Wann ist eine Testamentsunterschrift gültig?

Für die Unterzeichnung eines notariell errichteten Testaments genügt es, wenn der Erblasser versucht, seinen Familiennamen zu schreiben und die Unterschrift krankheitsbedingt nur aus einem Buchstaben und einer anschließenden geschlängelten Linie besteht, entschied das OLG Köln in seinem Beschluss vom 18. Mai 2020.

mehr ...