ifo Institut kann „Bürgergeld Wind“ viel Gutes abgewinnen

Das ifo Institut hat das Bürgergeld Wind grundsätzlich gelobt. „Ein Ausgleich für Bürger, die direkt von Windanlagen betroffen sind, ist volkswirtschaftlich sinnvoll“, sagt Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen.

„Entschädigungszahlungen sollten allerdings auf die Anwohner beschränkt bleiben, die tatsächlich von Schattenwurf oder Geräusch-Entwicklung betroffen sind. Bei entsprechender Ausgestaltung könnten solche Zahlungen pauschalen Abstandsregelungen weit überlegen sein“, so Pittel.

Die Höhe eines solchen „Anwohnergeldes“ sollte die zu erwartende Einbuße an Lebensqualität widerspiegeln. Das Bürgergeld könnte in Abhängigkeit von der Anzahl und Höhe der Anlagen sowie ihrer Lage im Verhältnis zu den Anrainern gezahlt werden. „Aber Zahlungen nach dem Gießkannen-Prinzip an die gesamte Gemeinde oder in einem festgelegten Umkreis sind nicht zielführend und würden die Kosten der Energiewende unnötig erhöhen.“

Die Zahlungen sollten zudem von den Anlagenbetreibern übernommen werden und so direkt in deren Geschäftsmodell einfließen, ergänzte Pittel. Windkraftanlagen, die weit weg von Siedlungen erbaut würden, hätten damit einen Kostenvorteil. „Damit sich Anlagen in Siedlungsnähe lohnen, müssen sie ihren Kostennachteil durch einen höheren Windertrag kompensieren.“ Eine Übernahme des Bürgergelds durch den Staat würde volkswirtschaftlich die falschen Signale setzen.

 „Die Diskussion muss auch ein Signal für eine umfassende Bepreisung von Emissionen anderer Energie-Erzeugungsarten setzen“, forderte Pittel weiter. Die aktuelle Debatte um CO2-Preise greife hier zu kurz. „Eine grundlegende Reform der Energiebesteuerung in Deutschland ist dringend erforderlich.“

Foto: Shutterstock

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