München: Wohnimmobilienpreise steigen und steigen

Blick auf München
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München:Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht.

In den ersten drei Quartalen des Corona-Jahres 2020 sind die Wohnimmobilienpreise in München im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals gestiegen. Das belegt die Herbstanalyse des Gutachterausschusses, dem auch Thomas Aigner seit vielen Jahren angehört. Besonders deutlich wird das vor allem bei neugebauten Immobilien.

Um rund 7% verteuerten sich die Durchschnittspreise für Neubauwohnungen in durchschnittlichen Wohnlagen. In guten Wohnlagen kletterte der Durchschnittswert sogar um knapp 11%. Der Quadratmeter Wohnfläche kostet hier jetzt rund 9.750 Euro. Mit einer Steigerung um 20% verteuerte sich der Quadratmeterpreis bei neugebauten Reihenendhäusern am deutlichsten. Ein Grund für diese Preisentwicklung ist die gleichbleibend hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien in der bayerischen Landeshauptstadt.

Die Frage, ob sich die Corona-Pandemie auf die Immobilienpreise auswirkt, wird spätestens seit dem Frühjahr 2020 immer wieder gestellt. Branchenexperten wie der Geschäftsführer des Münchner Maklerunternehmens Aigner Immobilien GmbH, Thomas Aigner, haben schon früh vermutet, dass Wohnimmobilien in den Metropolen weiterhin stark nachgefragt sein werden und der Preisdruck durch Corona nicht endet.

Das bestätigen nun auch die offiziellen Zahlen des Gutachterausschusses der Stadt München. Die Auswertung aller bislang vorliegenden Kaufverträge aus den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres zeigt, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, eine Preissteigerung bei Wohnimmobilien zwischen 7% im Bereich neugebaute Eigentumswohnungen in durchschnittlichen Lagen bis hin zu 20% im Segment der Neubau-Reihenendhäuser (durchschnittliche und gute Lage).

Gestiegene Preise – weniger Fläche

Bei der letztgenannten Objektart liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis pro Wohnfläche in durchschnittlichen und guten Wohnlagen nun bei 10.800 Euro. Gleichzeitig – das machen die hierfür ausgewerteten Kaufverträge deutlich – sind neu errichtete Reihenendhäuser im Mittel um 10 Quadratmeter Wohnfläche kleiner geworden und haben zudem 40 Quadratmeter weniger Grundstücksfläche zur Verfügung.

Das Verhältnis von erhöhter Flächenausnutzung bei gleichzeitig erhöhten Quadratmeterpreisen findet sich auch im Bereich der neugebauten Doppelhaushälften. Wurden in den ersten drei Quartalen 2019 für ein solches Objekt mit ca. 145 Quadratmetern Wohn- und etwa 270 Quadratmetern Grundstücksfläche im Mittel noch rund 9.400 Euro/qm fällig, waren es im selben Zeitraum 2020 schon 10.400 Euro/qm. Dabei waren die Doppelhaushälften mit rund 125 Quadratmetern Wohn- bzw. etwa 235 Quadratmetern Grundstücksfläche deutlich kleiner.

Neugebaute Reihenmittelhäuser, die in durchschnittlichen und guten Wohnlagen errichtet wurden, verteuerten sich um 12% und haben nun die Mio.-Grenze überschritten.

Während sich Wohnungen in durchschnittlichen Wohnlagen um knapp 7% auf 8.850 Euro/qm verteuerten, stiegen sie in guten Wohnlagen sogar um ca. 11% auf jetzt rund 9.750 Euro/qm. Der Grund für diese Entwicklung ist die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum in München.

Im Vergleich zum Wohnimmobilienmarkt zeigt das Gewerbesegment mit einem Minus von 31% bei den Vertragszahlen sowie einem Rückgang des Geldumsatzes um 44% bislang eine schwache Performance.

Gesunkene Anzahl an Transaktionen

Die Abnahme der Vertragsanzahl im Gesamten um 9% bzw. des Geldumsatzes um 18% auf insgesamt rd. 8,8 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen 2020, ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich weniger großflächige und umsatzstarke Transaktionen im Segment der Büro- und Geschäftshäuser sowie bei größeren Wohnanlagen gab.

Wohnraummangel bleibt bestehen

 „Der Münchner Immobilienmarkt stellt sich insgesamt als äußerst robust und krisensicher dar“, kommentiert Thomas Aigner, selbst Mitglied im Gutachterausschuss der Stadt, die offiziellen Zahlen. „Das liegt zum einen daran, dass Wohnimmobilien Investitionen mit Nutzwert sind. Zum anderen herrscht in der gesamten Metropolregion ein Mangel an Wohnraum, und der bleibt auch in und nach Krisenzeiten bestehen. München und das Umland sind nach wie vor bei Zuzüglern beliebt. Es wird also auch nach dieser Krise Bedarf an Immobilien geben durch Wachstum von innen und außen in den Metropolregionen. Städte wachsen und Menschen suchen Wohnraum: An dieser Tatsache ändert sich nichts. Und nichts anderes zeigen die neuesten Zahlen.“

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