Berliner Mietendeckel: Verlorenes Jahr für den Wohnungsmarkt in der Hauptstadt

Foto: IVD
Jürgen Michael Schick, IVD

Am morgigen Dienstag, 23. Februar 2021, jährt sich das Inkrafttreten des Berliner Mietendeckels zum ersten Mal. Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland IVD, nimmt das zum Anlass für einen Rückblick.

„Das war ein verlorenes Jahr für den Berliner Wohnungsmarkt. Statt den dringend notwendigen Neubau endlich anzukurbeln, sorgt der Mietendeckel für das blanke Gegenteil. Er verhinderte den Bau neuer Wohnungen, obwohl jährlich Zehntausende Wohnungen in Berlin fehlen. Er verhindert die Modernisierung des Bestandes. Er verknappt das Wohnungsangebot. Er privilegiert lediglich einkommensstarke Mieter. Kurz: Er bremst und verunsichert eine gesamte Gesellschaft.

An vielen Orten in Deutschland hat sich die Mietenentwicklung – übrigens auch im Neubaubereich – auch ohne staatlich vorgegebene Preise entspannt, während das Wohnungsangebot deutlich ausgeweitet wurde. Neuste Erhebungen beispielsweise des Forschungsunternehmens F+B zeigen, dass die Mietpreise bundesweit weiter stagnieren und sogar sinken. Unser IVD Research beobachtet seit Jahren einen ähnlichen Trend. Das ist der beste Beweis: Der größte Schutz gegen zu hohe Mieten ist und bleibt eine Ausweitung des Angebots.“

Der stellvertretende Regionalvorsitzende des IVD Berlin-Brandenburg, Michel Sawall, ergänzt: „Meine Hoffnung ist, dass wir im kommenden Jahr kein zweites Jubiläum des Berliner Mietendeckels erleben werden. Mietenpolitik ist in Deutschland Sache des Bundes und wir rechnen fest damit, dass das Bundesverfassungsgereicht dieser Auffassung folgen wird. 

Mit den katastrophalen Erfahrungen, die wir in Berlin machen, kann man die Befürworter für einen bundesweiten Mietendeckel nur warnen: Öffnet die Augen und stürzt das Land nicht in ein zusätzliches Chaos.“

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