Einfamilienhäuser: Der Deutschen liebster Wohntraum wird seltener Realität als früher

Foto: Interhyp
Mirjam Mohr: „Viele unserer Kunden wünschen sich ein Einfamilienhaus. Allerdings sehen wir, dass die Menschen ihr Wohneigentum häufiger als früher nicht in einem Haus, sondern in einer Wohnung finden“

Die von Hamburg ausgehende und auf ganz Deutschland ausgeweitete Diskussion um den Bau von Einfamilienhäusern sollte auch im Kontext der Wünsche vieler Bauherren und Käufer betrachtet werden, so Interhyp. Schließlich ist laut der bevölkerungsrepräsentativen Wohntraumstudie von Interhyp ist das Einfamilienhaus der Wohntraum Nummer 1 der Deutschen.

63 Prozent der Befragten würden sich für diesen Wohntyp entscheiden, bei den 18- bis 29-Jährigen sogar 77 Prozent. Interhyp berichtet zudem, dass rund 60 Prozent aller bei Interhyp finanzierten Immobilien bei einer Erstfinanzierung Häuser sind (Jahr 2020).

Im Jahr 2010 waren allerdings noch 70 Prozent der finanzierten Objekte Häuser. Der Anteil der Häuser ist seit Jahren rückläufig, während der Anteil von Eigentumswohnungen von 30 Prozent im Jahr 2010 auf rund 40 Prozent im Jahr 2020 gestiegen ist.

Wohnungen öfter Zielinvestment als Häuser

„Viele unserer Kunden wünschen sich ein Einfamilienhaus. Allerdings sehen wir, dass die Menschen ihr Wohneigentum häufiger als früher nicht in einem Haus, sondern in einer Wohnung finden“, sagt Mirjam Mohr, Interhyp-Vorständin für das Privatkundengeschäft. Ein Grund sei, dass viele Käufe in Städten realisiert werden – und hier ist der Anteil der Wohnungen höher. „Die Wünsche werden an die Realitäten angepasst. Zur Realität gehört auch, welche Objekte dort verfügbar sind, wo die Menschen heute wohnen oder wohnen wollen.“

In Berlin liegt der Anteil der Eigentumswohnungen an allen über Interhyp finanzierten Wohnungen bei 77 Prozent, der Häuser nur bei 23 Prozent. Im Jahr 2010 waren in der Hauptstadt finanzierte Objekte bei Interhyp nur zu 58 Prozent Eigentumswohnungen, 42 Prozent waren Häuser.

In München hat der Anteil an Wohnungen ebenfalls weiter zugenommen und liegt bei 84 Prozent (2020), der Anteil Häuser nur bei 16 Prozent. Im Jahr 2010 waren es 75 Prozent Wohnungen und 25 Prozent Häuser. 

Verfügbarkeit und Preis entscheiden

Ein weiterer Grund für den zunehmenden Anteil Wohnungen ist neben der Verfügbarkeit auch der Preis, so Mirjam Mohr: „So sehr sich viele Menschen nach einem Eigenheim sehnen: Auch bedingt durch die Größe liegt der Preis eines Hauses gerade im Umland der Großstädte und Ballungszentren oft über dem einer Wohnung – sodass die Abwägung der Menschen offenbar immer häufiger zugunsten einer Eigentumswohnung ausfällt.“

Im Vergleich mit Berlin und München weist Hamburg laut den Interhyp-Zahlen einen etwas größeren Anteil der Häuser unter den Finanzierungen aus: 54 Prozent Wohnungen und 46 Prozent Häuser (2020), aber 2010 waren es 52 Prozent Wohnungen und 48 Prozent Häuser. 

Was die Wohntraumstudie zeigt

Die Realitäten sind das eine, die Wünsche und Träume der Menschen das andere. Wovon die Menschen in Deutschland rund um das eigene Zuhause träumen, geht aus der groß angelegten Wohntraumstudie hervor, für die Interhyp zuletzt 2019 mehr als 2.600 Menschen in Deutschland befragen ließ.

Frei stehendes Eigenheim auf Platz 1

Hier steht das freistehende Einfamilienhaus auf Platz 1 der Wohnträume: 63 Prozent würden sich ihren Wohntraum im Einfamilienhaus erfüllen, gefolgt vom Landhaus oder Bauernhof (20 Prozent) und einer Wohnung im Mehrfamilienhaus (16 Prozent). Zehn Prozent träumen von einer Doppelhaushälfte, sieben Prozent vom Reihenhaus.

Auch hinsichtlich der gewünschten Ausstattungen lässt sich manches eher in einem Haus als in einer Wohnung realisieren: Einen Garten wünschen sich 73 Prozent und eine Garage 71 Prozent der Menschen. 

Wie aus der Wohntraumstudie außerdem hervorgeht, wären die bevorzugten Lagen des Einfamilienhauses nicht nur die Großstadt (19 Prozent) und ihr Speckgürtel (15 Prozent) – die gerade im Blickpunkt der Eigenheimdebatte stehen. 32 Prozent wollen demnach in einer mittleren oder kleineren Stadt leben, 25 Prozent sogar in einer ländlich oder dörflich geprägten Umgebung, neun Prozent in der Nähe einer kleineren Stadt. 

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