Erste Objekte der German Property Group im Verkauf

Zugewachsene Fassade eines ehemaligen Schlosses, die German Propety Group gekauft hat.
Foto: iStock.com/Rasmus Fluegge
Das "Schloss Dwasieden", anscheinend nicht viel mehr als eine historische Fassade.

Der Investor und Asset Manager CR Investment Management (CR) beginnt nach eigenen Angaben mit dem Vertrieb eines ersten Teils des Immobilienportfolios der insolventen German Property Group (GPG).

Das Unternehmen sei durch den Insolvenzverwalter Justus von Buchwaldt von der BBL Brockdorff Rechtsanwaltsgesellschaft exklusiv mit dem Vertrieb der Immobilien der GPG beauftragt, teilt CR mit. Am 21. Juli kommen demnach über 20 Liegenschaften in den Verkauf. Dabei handele es sich überwiegend um denkmalgeschützte, leerstehende Immobilien. Weitere Objekte aus der Insolvenzmasse der German Property Group folgen den Angaben zufolge zu späteren Zeitpunkten.

Die im Vertrieb befindlichen Liegenschaften umfassen laut CR eine Grundstücksgröße von insgesamt rund 1,2 Millionen Quadratmetern im gesamten Bundesgebiet. Sie befinden sich demnach unter anderem in Brandenburg (7), Berlin (3) sowie Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Die prominenteste Immobilie sei das Schloss Dwasieden in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Grundstücksgröße von rund 838.000 Quadratmetern. Bei dem „Schloss“ selbst scheint es sich allerdings um nicht viel mehr als eine noch bestehende historische Fassade zu handeln.

In großem Stil Anlegergeld eingesammelt

In der Vermarktung arbeitet CR Investment Management nach eigenen Angaben mit dem auf „Deal-Management“, Objekt- und Standortanalysen spezialisierten Technologieunternehmen Realxdata sowie dem „Prozess- und Workflow-Digitalisierer“ Cloudbrixx zusammen.

Die German Property Group (ehemals Dolphin Trust) hatte für angebliche Sanierungen deutscher Denkmalobjekte mit hohen Renditeversprechen in großem Stil Anlegergeld eingesammelt, hauptsächlich im Ausland. In Presseberichten ist von bis zu drei Milliarden Euro die Rede, die vor allem aus Großbritannien und Asien stammten. 2019 kamen Zweifel auf, ob das Geschäftsmodell tatsächlich wie versprochen umgesetzt wurde. Im Juli 2020 meldete die German Property Group Insolvenz an. Im Oktober folgte die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Zumindest ein Teil der Immobilien entpuppte sich weniger als „Sanierungsobjekt“, sondern eher als Ruine. Inzwischen steht auch der Verdacht eines Schneeballsystems im Raum.

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