Zweitmarkt-Börse kommt im Erstmarkt voran

Fondsbörse-Vorstand Alex Gadeberg: "Die Voraussetzung für eine vollständige onlinebasierte Zeichnung haben wir mit erstmarkt.de geschaffen, die Umsetzung seitens der Emittenten steht allerdings noch aus. Diese arbeiten fast ausschließlich noch mit klassischen Zeichnungsscheinen."

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG meldet Fortschritte ihres Erstmarkt-Portals. Im Zweitmarkt schließt sie das abgelaufene Handelsjahr trotz des Covid-bedingten Umsatzeinbruchs im Frühjahr "mit einer versöhnlichen Gesamtbilanz" ab.

Die Fondsbörse sei „mit unseren Erstmarkt-Initiativen gut vorangekommen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens zum abgelaufenen Geschäftsjahr. „Im Jahr 2020 wurden die ersten Direktzeichnungen auf unserem Partnerportal www.erstmarkt.de erfolgreich abgewickelt. Kooperationsvereinbarungen mit großen Finanzvertrieben sind unterzeichnet“, sagt Vorstand Alex Gadeberg. Die wichtigen Emissionshäuser seien „annähernd vollzählig“ als Partner an Bord. „Die digitale Zeichnungsplattform Capital Pioneers, an der wir eine Mehrheitsbeteiligung übernommen hatten, startet in den B2B-Vertrieb mit Zielrichtung Makler und freie Finanzvermittler“, so Gadeberg.

Im Zweitmarkthandel blieb der nominale Jahresumsatz der Fondsbörse und ihres Tochterunternehmens Deutsche Zweitmarkt AG mit 280 Millionen Euro am Ende nur knapp hinter dem Vorjahr zurück (285 Millionen Euro). Der Handel im Dezember sorgte trotz des erneuten Lockdowns für eine positive Überraschung, so die Mitteilung. Nach dem guten November konnte der Nominalumsatz im Dezember demzufolge nochmals zulegen. Er belief sich auf 26,82 Millionen Euro und übertraf damit deutlich den Vergleichszeitraum aus dem Vorjahr (21,76 Millionen Euro).

Auf Monatssicht wurde im Segment Immobilien aus 421 Transaktionen ein Nominalumsatz von 14,83 Millionen Euro erzielt (Jahresmittel: 14,98 Millionen Euro). Trotzdem dominierte die Assetklasse Immobilien mit 55,30 Prozent Umsatzanteil den Zweitmarkt weniger stark als gewohnt. Die Erklärung: Schiffsfonds erfreuten sich einer besonders regen Nachfrage und erlebten im Dezember den umsatzstärksten Monat seit langem. Das Segment trug mit 32,25 Prozent deutlich mehr zum Gesamtumsatz bei als üblich – und erklärt letztendlich auch die positive Dezember-Überraschung. Insgesamt wurde mit Schiffsbeteiligungen aus 131 Transaktionen ein hoher Nominalumsatz von 8,65 Millionen Euro erzielt (Jahresmittel: 4,17 Millionen Euro). Der Handel mit Sonstigen Beteiligungen wie Private Equity-, Erneuerbare Energien- sowie Flugzeugfonds lag mit einem Umsatz von 3,34 Millionen Euro (Jahresmittel: 4,18 Millionen Euro) aus 127 Vermittlungen am unteren Rand der üblichen Schwankungsbreite. „Für Flugzeug-Beteiligungen sieht es anhaltend düster aus. Umso gesuchter blieben Erneuerbare Energien“, so die Fondsbörse.

Deutlicher Zuwachs bei Schiffsbeteiligungen

Auf Jahressicht kamen in 2020 insgesamt 7.804 Transaktionen zustande, trotz Corona annähernd gleich viele wie im Vorjahr (7.939 Transaktionen). Dabei ermäßigte sich der Umsatz mit Immobilienbeteiligungen von 189,19 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 179,82 Millionen Euro. Dafür legte am Zweitmarkt der Handel mit Schiffsbeteiligungen zu. Die Assetklasse erzielte aus 1.163 Transaktionen (2019: 1.112 Transaktionen) einen deutlich gestiegenen Nominalumsatz von 50,03 Millionen Euro (2019: 42,19 Millionen Euro). Der Umsatz bei Sonstige Beteiligungen verringerte sich leicht auf 50,15 Millionen Euro aus 1.700 Transaktionen (2019: 54,01 Millionen Euro aus 1907 Transaktionen).
 
Eine der spürbarsten Folgen des Corona-Jahres war laut Fondsbörse der Bruch des langjährigen Aufwärts-Kurstrends bei Immobilien-Beteiligungen. Zwar blieben Wohnimmobilien gesucht. Aber die ungewisse Zukunft von Büro- und Gewerbeimmobilien drückte das durchschnittliche Kursniveau im Segment. Es sank von 93,16 Prozent in 2019 auf 88,70 Prozent im abgelaufenen Handelsjahr. Auch der kumulierte Durchschnittskurs über alle Assetklassen fiel deutlich von 75,66 Prozent im Jahr 2019 auf 70,28 Prozent 2020. „Die folgenden Monate werden zeigen, ob dieser Kurstrend nachhält oder in einem Umfeld mit Preisblasen für beinahe alle Sachwerte als Kaufchance umgewertet wird“, heißt es in der Mitteilung.

Unter den gegebenen Umständen zeigt sich Gadeberg rundum zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr: „Nach dem starken Einbruch im Frühjahr zeichnete sich eine kontinuierliche Erholung ab. Der Gesamtumsatz von 280 Millionen für die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG und ihr Tochterunternehmen Deutsche Zweitmarkt AG lag am Ende nur knapp unterhalb des Vorjahres. In Pandemie-Zeiten bewerte ich das als ein sehr gutes Ergebnis.“

Foto: Fondsbörse

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