Containerschifffahrt: Die Zeichen stehen auf Entspannung

Die Anzahl beschäftigungsloser Containerschiffe nimmt weiter ab. Listete der Branchendienst Alphaliner im Januar noch 581 Auflieger, so sind es aktuell nur noch 174. Auch die Charterraten steigen seit Anfang des Jahres wieder kontinuierlich an.

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So verbesserte sich beispielsweise der Index des britischen Frachtmaklers Howe Robinson zur Messung der Tagesmieten für Containerfrachter seit November letzten Jahres um knapp 90 Prozent auf aktuell 629 Punkte. Besonders in den Größenklassen zwischen 2.500 und 6.500 TEU (Stellplatz für Standardcontainer) war in den letzten Wochen ein starker Anstieg der Raten zu beobachten.

Auch die Fondsgesellschaften setzen positive Signale für eine anhaltende Entspannung der Lage am Schifffahrtsmarkt, so die Einschätzung des Hamburger Emissionshauses MCE Schiffskapital.  „Wie erwartet, bauen viele Schiffsfondsgesellschaften jetzt vorhandene Liquiditätspolster ab und zahlen diese an die Anleger aus“, erklärt MCE-Vorstand Nikolas H. Dierkes.

Die Liquiditätsüberschüsse seien eine Folge der Auszahlungsstopps während des Markteinbruchs in den Jahren 2008 und 2009. „Viele Schiffe haben trotz Krise gute Erträge eingefahren. Von Auszahlungen an die Anleger wurde dennoch bewusst Abstand genommen”, sagt Dierkes. Stattdessen seien die Gelder vielfach als Risikopuffer in die Rücklagen der Fondsgesellschaften geflossen. Dies sei allerdings eine reine Vorsichtsmaßnahme der Fondsmanager, um möglichen finanziellen Engpässen rechtzeitig entgegen wirken zu können.

„Setzen sich die Entwicklungen der vergangenen Monate am Schifffahrtsmarkt weiter fort, steuern wir geradewegs aus der Krise. Alte Höchststände für Charterraten oder Zweitmarktkurse werden wir aber so schnell nicht wieder sehen“, so der Ausblick des MCE-Chefs. (hb)

Foto: Shutterstock

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