Anzeige
1. August 2016, 10:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Bafin zeigt ihre Zähne

Die angekündigte Untersagung von “Bonitätsanleihen” durch die Bafin darf auch die Branche der Sachwert-Emissionen nicht kalt lassen. Der Löwer-Kommentar

Loewer009 Ausschnitt-Cash in Die Bafin zeigt ihre Zähne

“Der Vorgang belegt erneut, dass die Finanzaufsicht keinerlei Hemmungen hat, Praktiken künftig zu untersagen, die sie bisher gut geheißen hat.”

Am vergangenen Donnerstag hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den Entwurf einer Allgemeinverfügung veröffentlicht, mit der sie den Vertrieb von “Bonitätsanleihen” an Privatanleger verbieten will. Grund: “Erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz”.

Mit dieser Begründung kann die Bafin seit einem Jahr auch Produkte oder Praktiken untersagen, die nicht gegen konkrete Vorschriften verstoßen, sondern lediglich auf nicht näher definierte “erhebliche Bedenken” der Beamten stoßen. Der betreffende Paragraf 4b Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) wurde im Juli 2015 mit dem Kleinanlegerschutzgesetz dort eingefügt.

Bislang war davon wenig zu spüren, aber jetzt zeigt die Bafin erstmals ihre Zähne. Stellungnahmen zu dem Entwurf können bis 2. September abgegeben werden. Danach wird die Verfügung irgendwann veröffentlicht. Widerspruch oder Anfechtungsklagen haben keine aufschiebende Wirkung, so die vorsorgliche Ankündigung der Behörde.

Wetten auf die Bonität

Mit Sachwert-Emissionen hat die Sache nicht direkt zu tun, doch vor allem die Begründung der Bafin darf auch in der Sachwert-Branche nicht vollkommen unbeachtet bleiben. Worum geht es?

Bonitätsanleihen sind Zertifikate (Inhaberschuldverschreibungen), mit denen Anleger auf die Bonität eines Unternehmens wetten. Hält das Unternehmen durch, erhalten sie Zinsen und am Ende Laufzeit das Kapital zurück. Tritt hingegen ein “Kreditereignis” ein, also etwa die Insolvenz oder eine Restrukturierung des Unternehmens, ist das Anlegergeld ganz oder teilweise verloren.

Emittenten solcher Papiere sind regelmäßig nicht die Unternehmen, um deren Bonität es geht, sondern (andere) Banken. So bietet zum Beispiel die Hypovereinsbank Anlegern derzeit unter anderem Zertifikate auf die Bonität der Deutschen Bank mit 1,15 Prozent Zinsen jährlich und Rückzahlung im Juli 2018 oder auf die Telecom Italia mit 3,6 Prozent p.a. und Laufzeit bis 2021 an.

Seite zwei: Marktvolumen 6,3 Milliarden Euro

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

1 Kommentar

  1. OK, sog Bonitätsanleihen sollten einen anderen Namen bekommen, damit jedem von vorneherein klar ist, was für ein Produkt das ist. Aber die Entmündigung der Privatanleger darf nicht so weitergehen! Es wird m.E. zu offensichtlich, dass der Staat will, dass jeder Spar-€ in seine Staatsanleihen fließt.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 3. August 2016 @ 10:33

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kfz-Ersatzteile: GDV sieht “monopolartige” Strukuren

Bemerkenswerte Preisentwicklung bei Kfz-Ersatzteilen: So sind etwa Rückleuchten, Motorhauben und Windschutzscheiben in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden. Von August 2017 bis August 2018 im Schnitt um vier Prozent, Scheinwerfer sogar um sieben Prozent. Das geht aus einer GDV-Auswertung der Schadenkalkulations-Datenbank Audatex hervor.

mehr ...

Immobilien

Energieeffizientes Bauen zahlt sich nicht immer aus

Energieeffizientes Bauen entlastet den Geldbeutel privater Bauherren – was Politik und Hersteller häufig versprechen, trifft in der Praxis nicht immer zu. Die Verbraucherschutzorganisation nennt Tipps, damit sich Energiemaßnahmen wirklich lohnen.

mehr ...

Investmentfonds

So behalten Sie den Überblick über ihr Depot

Chaos im Depot, einseitige Anlagestrategie oder noch gar kein Depot? Wer sein Depot aufräumen oder neu aufbauen will, muss wissen wie. Dafür hat Stiftung Warentest eine Anleitung in vier Schritten erstellt und eine Übersicht über 18.000 Fonds und ETFs.

mehr ...

Berater

Keine Angst trotz Provisionsdeckel

Das nennt man wohl ein Remis: 47,2 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) gehen davon aus, dass die Auswirkungen eines Provisionsdeckels sie kaum treffen würde. Dagegen erwarten 30,3 Prozent spürbare Auswirkungen, für 22,5 Prozent wäre es hart oder sehr hart. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Verbands.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Mietrecht: Was da ist, muss bleiben

Sind bei der Besichtigung einer Mietwohnung noch Gegenstände oder Einbauten des bereits ausgezogenen Vormieters vorhanden, kann der neue Mieter verlangen, dass diese auch bleiben. Macht der Vermieter den Mieter nicht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ein Gegenstand nicht zur Wohnungsausstattung gehört, schließt ihn der Mietvertrag automatisch mit ein. So entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Amtsgericht Nürnberg hinsichtlich einer vom Vormieter zurückgelassenen Markise.

mehr ...