Drei P&R-Gesellschaften melden Insolvenz an

Die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P&R Container Leasing GmbH und die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH haben beim Amtsgericht München Insolvenz angemeldet.

P&R bietet schon seit 1975 Container-Direktinvestments an.

Das geht aus den amtlichen Insolvenz-Bekanntmachungen hervor. Demnach hat das Amtsgericht München heute die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurden der Münchner Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé beziehungsweise für die P&R Container Leasing GmbH Rechtsanwalt Dr. Philip Heinke aus der Kanzlei Jaffé bestellt.

Bei den drei Gesellschaften handelt es sich nach den vorliegenden Informationen um die drei zentralen Tochter-Gesellschaften der P&R AG. Keine Insolvenzanträge haben bislang offenbar die AG selbst sowie die P&R Transport-Container GmbH als Emittentin der jüngsten Direktinvestments gestellt.

Über 40 Jahre ohne Beanstandungen

Die P&R Gruppe bietet bereits seit 1975 Direktinvestments in Transportcontainer an und ist mit Abstand Marktführer. Das Modell sieht vor, dass die Anleger die Container erwerben, diese an P&R vermieten und P&R sie nach einigen Jahren zurückkauft. P&R wiederum vermietet die Boxen an internationale Container-Leasinggesellschaften.

Das Geschäft lief über 40 Jahre ohne Beanstandungen. Laut Website betreut P&R aktuell ein Volumen von etwa 1,25 Millionen Containereinheiten (TEU) für über 50.000 Anleger. Seit 2017 unterliegen die P&R-Direktinvestments einer gesetzlichen Prospektpflicht und damit auch zusätzlichen Vorschriften im Vertrieb.

Das Absatzvolumen ist im Vorjahr um 40 Prozent auf 442 Millionen Euro eingebrochen, davon 389,6 Millionen Euro im Publikumsvertrieb (2016: insgesamt 740 Millionen Euro). P&R war damit nach der Cash.-Rangliste aber auch 2017 der größte Anbieter von Sachwertanlagen für Privatanleger in Deutschland (siehe Cash.Special „Rendite+“, das der aktuellen Cash.-Ausgabe 4/2018 beiliegt).

Vertriebsstopp vor elf Tagen

Vorletzten Donnerstag (8. März) hatte das Unternehmen schon ohne nähere Erläuterung den Vertrieb der aktuellen Angebote gestoppt und damit für enorme Verunsicherung gesorgt. Zuvor waren erstmals Zahlungsverzögerungen an P&R-Anleger bekannt geworden.

Betroffen von der Schieflage dürfte ein Anlagevolumen in der Größenordnung von drei Milliarden Euro sein, also eine gewaltige Summe. Die Abwicklung und die Durchsetzung von Ansprüchen seitens der Anleger dürfte zusätzlich dadurch erschwert werden, dass der wesentliche Teil des Geschäfts – inklusive die Verträge mit den internationalen Leasinggesellschaften – über eine P&R-Gesellschaft in der Schweiz abgewickelt wird.

Seite 2: Auch Vertrieb im Visier

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