17. April 2018, 18:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

P&R: Erster Bericht der Insolvenzverwalter

Die Bestandsaufnahme bei den drei insolventen Gesellschaften des Containeranbieters P&R macht Fortschritte, berichten die Insolvenzverwalter. Doch wichtige Daten sind demnach nicht in der benötigten Form vorhanden, und ein Szenario bleibt vorerst ungeklärt.

Shutterstock 769666699 in P&R: Erster Bericht der Insolvenzverwalter

Den meisten Anlegern wurden offenbar auch intern keine bestimmten Container individuell zugeordnet.

Mittlerweile seien die vorläufigen Gläubigerausschüsse aus Vertretern der verschiedenen Gläubigergruppen der drei insolventen P&R-Unternehmen bestellt worden. Sie haben demnach die vom Amtsgericht München eingesetzten vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé für zwei der Gesellschaften und Dr. Philip Heinke (ebenfalls Kanzlei Jaffé Rechtsanwälte) für das dritte Unternehmen einstimmig bestätigt.

Derzeit sei die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zusammen mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung dabei, die vorhandenen Informationen und Zahlen aufzubereiten und zu analysieren, so der erste Bericht der vorläufigen Insolvenzverwalter. Dazu erfolge ein intensiver Datenaustausch und -abgleich mit der in der Schweiz ansässigen Gesellschaft der P&R-Gruppe, die die weltweite Vermarktung der Container für die insolventen Gesellschaften organisiert hat.

Wichtige Daten nicht vorhanden

“Alle Beteiligten kooperieren, aber es hat sich gezeigt, dass viele aus Sicht der vorläufigen Insolvenzverwaltung für die deutschen Gesellschaften wichtigen Daten in den Systemen in der benötigten Form nicht vorhanden sind”, stellen die Insolvenzverwalter fest.

“Sie müssen teilweise in aufwändiger Kleinarbeit ermittelt werden, weil die Datensysteme in Deutschland und der Schweiz vollständig voneinander getrennt sind. Es handelt sich um ein enormes Datenvolumen, das nur mit Hochleistungsrechnern verarbeitet werden kann”, so die Feststellung.

Daher werde die Bestandsaufnahme und Analyse der Zahlen angesichts der großen Zahl an Containern und der rechtlichen Komplexität der bestehenden Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zwischen den einzelnen Gesellschaften noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Mittelzuflüsse sichern

Erste Priorität neben der Bestandsaufnahme sei es, die Mittelzuflüsse aus der fortlaufenden Vermietung der Containerflotte für die Anleger und Gläubiger der insolventen deutschen Gesellschaften zu sichern. Um Einnahmen zu erzielen, müsse der Betrieb der Schweizer Gesellschaft weltweit und störungsfrei fortgeführt werden.

“Jede Störung des dortigen Geschäftsbetriebs kann schwerwiegende Folgen für die Gläubiger haben, denn nur wenn die Container weiterhin vermietet bleiben, können die entsprechenden Erträge gesichert und realisiert werden”, heißt es in der Mitteilung.

“Wenn die Container störungsfrei weitervermietet und damit auch versichert bleiben, ist das Risiko der Anleger, für Standgebühren oder durch die Container verursachte Schäden herangezogen zu werden, gering”, macht Dr. Philip Heinke deutlich. “Nachschusspflichten gibt es für die betroffenen Anleger in diesem Fall aller Voraussicht nach nicht”, so Heinke. Das lässt darauf schließen, dass er andernfalls eine persönliche Haftung der Anleger keineswegs für ausgeschlossen hält.

Seite 2: Ein Drittel der Anleger über 70 Jahre

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Rentenpolitik: Grundsätze der Versicherungsmathematik nicht aus den Augen verlieren ­

„Die Rentenkommission der Bundesregierung hat bedauerlicherweise die Chance verstreichen lassen, das deutsche Rentensystem dauerhaft zukunftsfest zu machen“, betont der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) Dr. Guido Bader nach eingehender Analyse der Kommissionsempfehlungen.

mehr ...

Immobilien

Aktivität der Projektentwickler kühlt ab

Schon vor Corona ist der Markt für Immobilien-Projektentwicklungen in Deutschland deutlich abgekühlt. Vor allem Wohnungsbauprojekte gehen zurück. Das ergab die “Projektentwicklerstudie 2020” des Marktforschungsunternehmens bulwiengesa.

mehr ...

Investmentfonds

Chris Iggo: Leugnung, Panik, Hoffnung

Chris Iggo, CIO Core Investments  bei Axa Investment Managers (AXA IM) über die Corona-Krise und die Perspektiven für die Kapitalmärkte.

mehr ...

Berater

WhoFinance hilft bei der Suche nach Fördermittel-Beratern

Die Finanzberatungsplattform WhoFinance hat in Anbetracht der Coronakrise ein Verzeichnis von Fördermittel-Beratern erstellt. Dort findet man Berater, die Unternehmen und Selbstständigen bundesweit per Videoberatung in der Krise helfen wollen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Online-Tool für RWB-Vertriebspartner stärker gefragt

Die RWB Group, Spezialist für Private-Equity-Dachfonds, stellt ihren angebundenen Vertriebspartnern eine hauseigene Online-Beratungs- und Zeichnungsplattform zur Verfügung. Die Nachfrage danach hat in den letzten beiden Wochen spürbar zugenommen, so das Unternehmen.

mehr ...

Recht

Coronavirus: Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern

Muss ich ins Büro, wenn der Kollege hustet? Wie muss mich mein Arbeitgeber vor dem Coronavirus schützen? Was ist, wenn ich nicht ins Büro komme, weil Bus und Bahn nicht mehr fahren? Muss ich meinem Chef meine Handynummer geben, wenn er mich ins Home-Office schickt? Darf ich mich weigern, zu Hause zu arbeiten? Muss ich Überstunden wegen der Corona-Krise machen? Wer zahlt meinen Lohn, wenn ich in Quarantäne geschickt werde? Fragen über Fragen, die sich in einer sehr besonderen Zeit wohl jeder Arbeitnehmer früher oder später stellt. Die Arag-Experten gaben Antworten.

mehr ...