15. Juli 2019, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

60 Prozent weniger Vermögensanlagen-Prospekte

Im ersten Halbjahr 2019 ist die Zahl der neuen Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz eingebrochen und sogar hinter die alternativen Investmentfonds (AIFs) zurückgefallen. Auslöser dafür war wohl nicht alleine P&R. Der Löwer-Kommentar

Loewer-003-Cash-Format in 60 Prozent weniger Vermögensanlagen-Prospekte

“Es erscheint nicht unwahrscheinlich, dass die neuen BaFin-Restriktionen bei Nachrangdarlehen maßgeblich zu dem Einbruch beigetragen haben.”

Lediglich neun neue Prospekte gemäß Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) wurden in den ersten sechs Monaten 2019 im Bundesanzeiger bekannt gemacht: Drei Namensschuldverschreibungen, zwei Direktinvestments sowie jeweils eine Emission von Nachrangdarlehen, Genussrechten, GmbH-Anteilen und operativen KG-Beteiligungen.

Die Anzahl entspricht einem Rückgang von über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2018 hatte Cash. noch 23 neue Vermögensanlagen-Emissionen gezählt (jeweils ohne die nicht prospektpflichtigen „Schwarmfinanzierungen“).

Nachwirkungen der Pleite des Container-Anbieters P&R im Frühjahr 2018, die das gesamte Marktsegment verunsichert hat, lägen als Ursache für den Markteinbruch nahe. Dies spielt sicherlich auch eine wichtige Rolle, scheint aber nicht der wesentliche Auslöser zu sein.

Rückgang bei KG-Beteiligungen und Nachrangdarlehen

Vielmehr ist der Rückgang besonders drastisch bei operativen KG-Beteiligungen und Nachrangdarlehen, deren Anzahl jeweils von sieben auf eins geschrumpft ist. Die Gründe dafür dürften höchst unterschiedlich sein.

Die KG-Beteiligungen, die als „operativ tätige Unternehmen außerhalb des Finanzsektors“ nicht unter die weitgehende Regulierung des KAGB fallen, sind traditionell hauptsächlich Erneuerbare-Energie-Gesellschaften, zuletzt fast ausschließlich Windkraftanlagen.

Diese Emissionen, die meist als „Bürgerwindparks“ konzipiert sind und kaum Bedeutung für den überregionalen Vertrieb haben, dürften in erster Linie unter den deutlich verschlechterten Konditionen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) leiden.

Seite 2: Alarmsignal auch für die Politik

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Von wegen sicher: Rentenniveau sinkt auf 43 Prozent

Der Staat pumpt immer mehr Steuerzuschüsse in die gesetzliche Rente. Ohne eine Reform wird Rentennivau bis 2045 auf 43 Prozent sinken. Und der Beitrag auf 23 Prozent steigen. Eine Regierungsantwort gibt Einblick in die Berechnungsgrundlagen der Rentenkommission.

mehr ...

Immobilien

Karlsruhe verwirft Eilantrag gegen Berliner Mietendeckel

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag von Vermietern gegen den Berliner Mietendeckel als unzulässig verworfen. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung sei verfrüht, entschied die 3. Kammer des Ersten Senats in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss (1BvQ 12/20).

mehr ...

Investmentfonds

Finanzberatung: Jetzt die Weichen für die Zukunft richtig stellen

Von der Regulierung über das Niedrigzinsumfeld und dem Kostendruck bis zur Digitalisierung – die Branche der Finanzberatung hat derzeit mit einigem Gegenwind zu kämpfen. Doch wer die Weichen richtig stellt, dem bietet dieser Wandel auch Chancen. Ein Gastbeitrag von Markus Weis, Vanguard

mehr ...

Berater

Eine Beschwerde? Bitte her damit!“

Kundenbindung: Eine Beschwerde ist für ein Unternehmen fast schon ein Glücksfall, um Kunden zu begeistern und zu binden. Darum sollte es dem verärgerten Kunden so leicht wie möglich gemacht werden, sich zu beschweren. Ein Beitrag von Führungskräftecoach Dr. Bernd M. Wittschier

mehr ...

Sachwertanlagen

Bafin-Präsident Hufeld: „Wir betrachten einzelne Risikotreiber genauer“

Felix Hufeld, EZB-Aufsichtsratsmitglied und Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, spricht über die hochrangige Überprüfung des Kernaufsichtsprozesses, die Bedeutung des ICAAP, digitale Entwicklungen und andere Finanzdienstleistungen.

mehr ...

Recht

Wo die Liebe hinfällt: Liebesbeziehungen unter Kollegen

Wer sich am Arbeitsplatz in einen Kollegen verliebt, darf das in Deutschland ganz offiziell tun und es sogar zeigen. Denn für private Liebesbeziehungen – auch wenn sie im Büro ihren Anfang genommen haben – gilt ein garantiertes Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Doch auch wenn es so im Grundgesetz steht, kann Liebe unter Kollegen durchaus tückisch sein und zu Problemen führen. Vor allem, wenn es sich ausgeturtelt hat. Ein rechtlichen Leitfaden über goes and no goes einer Büroliebe hat die Arag pünktlich zum Valentinstag zusammengestellt.

mehr ...