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16. September 2008, 00:00
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AIG kämpft ums Überleben

Der größte US-Versicherer, die American International Group (AIG), hat nach drastischen Kursverlusten nicht nur seinen Status als weltweite Nummer eins der Branche an die Allianz verloren, er ist inzwischen ernsthaft in seiner Existenz gefährdet und stellt somit eine immense Bedrohung für die Kapitalmärkte dar.

Internationale Finanzmärkte empfindlich

Der im deutschen Markt unter anderem über die Württembergische und Badische Versicherungs AG (Wüba) vor allem im Gewerbe- und Firmenkundensegment vertretene Konzern hält die internationalen Finanzmärkte seit der Pleite der viertgrößten US-Investmentbank Lehman Brothers in Atem.

Innerhalb der letzten zwölf Monate fiel der Kurs der AIG-Aktie von 175 auf zuletzt knapp 60 US-Dollar. Moody´s, Standard & Poor´s und Fitch haben ihre Bonitäts-Bewertungen für den Konzern jüngst gesenkt und weitere Schritte in Aussicht gestellt. Erneute Herabstufungen durch die Rating-Agenturen könnten verheerende, überlebensbedrohende Folgen für AIG haben.

Too big to fail?

Ob die US-Regierung den angeschlagenen Versicherer unterstützt oder wie Lehman Brothers fallen lässt, ist kurzfristig zu einer entscheidenden Frage in der Finanzkrise geworden. Zuletzt sorgte ein TV-Bericht des Senders CNBC, demzufolge eine politische Lösung bevorsteht, für leichte Entspannungen der globalen Leitindizes.

Washington kehrt im Fall des Versicherers, der eine Kapitalspritze von etwa 40 Milliarden US-Dollar nötig hat, anscheinend doch zur Devise ?too big to fail? ? zu groß um pleitezugehen ? zurück. Wie das insolvente Bankhaus Lehman Brothers ist auch AIG sehr stark im Geschäft mit Kreditderivaten vertreten. Der Markt für Anleiheversicherungen, sogenannte Credit Default Swaps (CDS), ist vergleichsweise intransparent und international in sehr hohem Maße verflochten. Deshalb reagieren die Finanzmärkte hochsensibel auf die aktuellen Entwicklungen.

Großangelegte Umstrukturierung

New Yorks Gouverneur David Paterson, der sich dafür stark macht, AIG unter die Arme zu greifen, betont indes, es handle sich bei der geplanten Intervention nicht um eine staatliche Rettung. Der in Schieflage geratenen Konzernmutter solle lediglich durch eine Ausnahmeregelung ermöglicht werden, frisches Kapital von eigenen Töchtern aufzunehmen. Der Sonderweg sei zudem an weitreichende Auflagen geknüpft, die das Unternehmen erst erfüllen müsse. (hb)

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