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3. November 2008, 00:00
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Lebensversicherer im Stresstest

Gleich drei aktuelle Ratings befassen sich mit der Frage, wie gut die deutschen Lebensversicherer gegenüber der Finanzkrise gewappnet sind: Das Hofheimer Analysehaus Morgen & Morgen (M&M), die Analysten der Ratingagentur Fitch und der Wiener Finanzprofessor Jörg Finsinger haben unabhängig voneinander die Finanzkraft der Branchenvertreter untersucht.

M&M: 27 Verweigerer und ein Wackelkandidat

Der auf einem Modell des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) basierende M&M-Belastungstestunterstellt einen Einbruch der Aktienkurse um 20 Prozent und ein Fallen der Zinsen um zwei Prozent. Den infolge dieses Crash-Szenarios nötigen Kapitalbedarf stellten die Researcher den tatsächlich verfügbaren Eigenmitteln der Marktteilnehmer gegenüber. Die Prüfung soll den Anforderungen entsprechen, die im Rahmen der EU-Reform Solvency II auf die Branche zukommen.

Die Untersuchung bescheinigt immerhin 25 Versicherern die Bestnote ?ausgezeichnet?. Die schlechtmöglichste Bewertung ?kritisch? bekam mit dem Münchner Verein nur ein Teilnehmer. Während neun Gesellschaften als ?sehr gut? kategorisiert wurden, erhielten weitere 14 ein ?bestanden?. Allerdings verweigerten 27 Unternehmen die Teilnahme an der Prüfung.

Finsinger: Acht könnten die Hunde beißen

Auch das seit 1997 jährlich in der Wochenzeitung ?Wirtschaftswoche? veröffentlichte Finsinger-Rating überprüft die Kapitalstärke der Lebensversicherer im Hinblick auf ihre Solidität im turbulenten Finanzmarkt-Umfeld. Die 75 größten Anbieter Deutschlands nahm der Experte unter die Lupe und verteilte je nach Kapitalausstattung Sterne.

14 Anbieter schafften es im Krisenjahr 2008 in die Fünf-Sterne-Klasse der finanzkräftigsten Unternehmen. Dem stehen acht Unternehmen ? Aspecta, Arag, Münchener Verein, Plus, Berlinische, VPV, Familienschutz und Bayerische Beamten ? gegenüber, die Finsinger angesichts ihrer dünnen Kapitaldecke in naher Zukunft in Schwierigkeiten sieht.

Fitch: Herabstufungs-Erwartungen überwiegen

Die Rating-Spezialisten von Fitch sehen die deutsche Branche auf dem absteigenden Ast und gehen davon aus, dass die Anzahl der Herabstufungen in den kommenden zwölf Monaten die der Heraufstufungen übersteigt. Insgesamt bewertet die Agentur den Ausblick von 18 Gesellschaften als stabil, von zweien als positiv und von sieben als negativ.

Die Kapitalausstattung werde ähnlich wie in den Jahren nach der Jahrtausendwende bei vielen Lebensversicherern deutlich zurückgehen und einige Anbieter könnten somit auf Jahre von höher rentierlichen Investitionen ausgeschlossen sein. Insgesamt sei die deutsche Assekuranz aber vergleichsweise solide aufgestellt und habe aus dem Börsencrash 2001/02 und der damit verbundenen ?Beinahe-Insolvenz? die richtigen Schlüsse gezogen, so die Fitch-Einschätzung. (hb)

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