OECD: Krise bedroht Alterssicherung

Die gesetzlichen und privaten Systeme der Alterssicherung leiden erheblich unter der globalen Wirtschaftskrise. Während kapitalgedeckte Strukturen und private Pensionsfonds hohe Verluste zu verzeichnen haben, gerät im Zuge von Rezession und steigender Arbeitslosigkeit auch die umlagefinanzierte öffentliche Vorsorge unter Druck. Das zeigt der aktuelle Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Alterssicherung.

Rezession erhöht Druck auf Rentensysteme

Demnach haben private Pensionsfonds in den OECD-Ländern im vergangenen Jahr 23 Prozent ihres Wertes oder 5,4 Billionen US-Dollar eingebüßt. Die größten Verluste fielen in den aktienorientierten Ländern Irland, Australien und den USA an. Die umlagefinanzierten Systeme leiden vor allem in Staaten, die schon vor der Krise einen großen Teil des Volkseinkommens für Renten aufgewendet haben. So wird sich laut OECD-Bericht in Italien, Österreich, Frankreich oder Griechenland durch die Rezession der Druck für weitere Rentenreformen oder auch Rentenkürzungen erhöhen.

Bundesrebublik vergleichsweise gut aufgestellt

In Deutschland zeigt sich die Alterssicherung verglichen mit anderen Nationen bislang relativ robust gegenüber der Weltwirtschaftskrise, so die OECD. Grund dafür sei die bislang noch vergleichsweise gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Sicherung der betrieblichen Renten wie der Riestervorsorge durch verschiedene Schutzmechanismen. Allerdings könne das gesetzliche System bei steigender Arbeitslosigkeit unter Druck geraten. Für die betrieblichen Renten habe sich der Pensionssicherungsverein als stabil erwiesen. Trotzdem dürften die Beiträge für die Unternehmen stark steigen, sollten eines oder mehrere große Unternehmen mit abgesicherten Betriebsrenten in Konkurs gehen.

Altersarmut in Deutschland unter Durchschnitt

Insgesamt ist die soziale Situation von Rentnern heute in Deutschland besser als in den meisten anderen OECD-Ländern. Weniger als zehn Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren lebte 2005 in Deutschland unter der Armutsgrenze nach OECD-Definition (mit weniger als 50 Prozent des Haushaltsmedianeinkommens). Im OECD-Schnitt waren es 13,3 Prozent. (hb)

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