Altersvorsorgeeinrichtungen in Inflationsangst

Die betrieblichen Altersvorsorgeeinrichtungen in Europa sind zunehmend in Sorge wegen der steigenden Inflation. Das zeigt eine Studie des internationalen Beratungsunternehmens Mercer, für die 1.100 Einrichtungen mit einem Vermögen von insgesamt mehr als 550 Milliarden Euro berücksichtigt wurden.

Meldung Inflationsbond80 Prozent der Pensionsfonds, Pensionskassen, Versorgungswerke und CTAs machen sich demnach aktuell stärkere Sorgen über die steigende Inflation als noch im vergangenen Jahr.

Von den Einrichtungen, die aufgrund der Inflation besorgt sind, planen 38 Prozent sofortige Maßnahmen, um sich zu schützen.

18 Prozent wollen ihre Investitionen in inflationsindexierte Anleihen erhöhen, fünf Prozent den Anteil an Vermögenswerten, die sensitiv auf Inflationsänderungen reagieren, ausbauen und drei Prozent verstärkt auf Inflationsswaps setzen.

Die verbleibenden zwölf Prozent vertrauen auf andere Maßnahmen, beispielsweise die Einführung bestimmter Mechanismen zum sukzessiven Aufbau des Inflationsschutzes. Dabei werden die Anteile an inflationsgebundenen Anleihen oder Swaps bei Überschreitung gewisser Schwellenwerte nach und nach erhöht.

„Die vergangenen zwölf Monate waren von raschen Stimmungswechseln zwischen Optimismus und Pessimismus geprägt. Die Niedrigzinspolitik und Quantitative Easing haben ideale Voraussetzungen für einen Inflationsanstieg geschaffen“, so Herwig Kinzler, Mercer-Leiter des Bereichs Investment Consulting in Deutschland.

Eine Absicherung durch den Kauf von inflationssichernden Anlagen, beispielsweise inflationsindexierte Anleihen und Swaps, hält der Experte für teuer. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass die Ereignisse, gegen die man sich damit „versichert“, niemals eintreten.

Die Altersvorsorgeeinrichtungen sollten daher die genauen Auswirkungen kennen, die eine erhöhte Inflation über die Gehaltsdynamik und Rentenanpassung auf ihre Verpflichtungen hat.

Seite 2: Aktienquote leicht ausgebaut

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