Anzeige
Anzeige
9. Dezember 2011, 12:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

bAV-Vorwürfe: Wirtschaftsprüfer entlasten Ergo

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) hat den Düsseldorfer Versicherer Ergo von Vorwürfen entlastet, in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) systematisch fehlberaten zu haben: Weniger als ein Prozent der 40.152 Kollektivverträge seien auffällig.

Paragraf-Beratung-127x150 in bAV-Vorwürfe: Wirtschaftsprüfer entlasten ErgoDie Vorwürfe an Ergo bestanden darin, dass Betrieben, in denen Kollektivverträge möglich gewesen wären, teurere Riester-Einzel-Verträge verkauft worden seien. Zudem seien Provisionen an Entscheidungsträgern in den Betrieben gezahlt worden, um diese zu beeinflussen.

PWC ging im Auftrag der Ergo zunächst der Frage nach, ob die Zahl der Versicherten in den Verträgen – und damit die Versicherungskonditionen – korrekt angegeben wurde. Das Fazit der Prüfer: Für die rund 40.000 seit 2002 abgeschlossenen Kollektivverträge der Ergo Versicherungsgruppe wurde in nur 0,7 Prozent der Fälle (285 Verträge) Abweichungen in der Kollektivgröße festgestellt (siehe Grafik). Zudem sind demnach bei 0,4 Prozent der Betriebe – dies entspricht 330 der Arbeitgeber – statt einer Einzelversicherung auch ein Kollektivvertrag möglich gewesen.

Weiter haben die Nachforschungen der Prüfer ergeben, dass in nur 0,05 Prozent – oder 409 Einzelverträge – von insgesamt 808.250 Verträge mit Arbeitnehmern folgendes zu beanstanden ist: In diesen Fällen soll es einen Kollektivvertrag im gleichen bAV-Durchführungsweg gegeben haben, der eine Einzelversicherung „nicht unmittelbar begründen“ würde. Zudem ist geprüft worden, ob für alle Riester-Versicherten in den Rahmenverträgen mit Arbeitgebern die richtigen, rabattierten Tarife verwendet wurden. Dies hätte allerdings keine Auffälligkeiten ergeben, teilte der Versicherer mit – fügte jedoch hinzu: „Da im privaten Altersvorsorgegeschäft keine Angaben zu Arbeitgebern hinterlegt werden, sind die Prüfungsmöglichkeiten, ob ein Riester-Kunde Zugang zu Rahmenvertragskonditionen über seinen Arbeitgeber gehabt hätte, sehr eingeschränkt.“ Auf weitere Prüfungsaktivitäten habe man in Absprache mit PWC verzichtet.

Bei der Frage, ob Personalverantwortliche unzulässig beeinflusst wurden, um den Absatz von Betriebsrenten zu fördern, hat Ergo in drei Fällen die Staatsanwaltschaft informiert, um eine strafrechtliche Relevanz prüfen zu lassen. Um dies künftig zu verhindern, hat der Versicherer ein Verbot für Provisionszahlungen an Entscheidungsträger und deren Angehörige beschlossen. Ergo betonte allerdings, dass die Wirtschaftsprüfer keine systematische Einflussnahme auf Entscheidungsträger haben feststellen können.

„Wir werten die Ergebnisse als Bestätigung unseres guten Rufes in der bAV. Gleichzeitig geben wir uns mit der festgestellten über 99-prozentigen Sicherheit noch nicht zufrieden. Wir werden den Beratungsprozess der Kunden absolut transparent gestalten“, sagte Ergo-Vorstand Frank Neuroth.

Bei den auffälligen Verträgen will Ergo die betroffenen Firmenkunden einzeln kontaktieren. Können die Zweifel dabei nicht beseitigt werden, plant der Versicherer, die Verträge umzustellen. Für die Zukunft hat die Ergo neue Annahmerichtlinien beschlossen, die für die Wahl von Kollektivtarifen einzig den Beratungsaufwand im konkreten Fall zugrunde legen und nicht wie bislang standardisierte Größenklassen. Bei den anderen Vorwürfen gab es wenige hundert möglicherweise betroffene Fälle. Den betroffenen Kunden bietet Ergo die Umstellung von Verträgen an. (lk)

Ergo-PWC-BAV in bAV-Vorwürfe: Wirtschaftsprüfer entlasten Ergo

Foto: Shutterstock

Grafik: Ergo, PWC


Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Versicherungsmakler erzielen 2018 mehr Gewinn

Eines der Ergebnisse des aktuellen AfW-Vermittlerbarometer ergab einen in diesem Jahr gestiegenen Gewinn der Versicherungsmakler.

mehr ...

Immobilien

Proptechs und Immobilienplayer können selten miteinander

Zwischen einer exzellenten Idee und einem funktionierendem Business-Konzept liegen häufig Welten. Warum Proptechs und etablierte Immobilienunternehmen selten zueinander finden. 

mehr ...

Investmentfonds

Hans-Werner Sinn: Merkel könnte Brexit verhindern

Angela Merkel könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn sie den Brexit verhindert. Davon ist Hans-Werner Sinn im Interview mit “Börse Online” überzeugt. Sie habe die Chance, mit einem historischen Erfolg in die Geschichtsbücher einzugehen.

mehr ...

Berater

Top Zehn der Neujahrsvorsätze

An sich selbst arbeiten, das wollen im kommenden Jahr über 70 Prozent der Deutschen. Dazu gehört neben gesünder leben und abnehmen auch fürs Alter vorzusorgen. Das sind die zehn wichtigsten Neujahrsvorsätze der Deutschen:

mehr ...

Sachwertanlagen

Erstes Urteil zur P&R-Vermittlung: Es war “execution only”

Das Urteil des Landgerichts Ansbach, das die Klage einer Anlegerin gegen einen Vermittler von P&R-Containern abgewiesen hat, liegt nun schriftlich vor. Demnach gab es in dem Fall einige Besonderheiten.

mehr ...

Recht

Betriebliche Hinterbliebenenrente darf gekürzt werden

Sieht eine Versorgungsregelung vor, dass die Hinterbliebenenversorgung eines jüngeren hinterbliebenen Ehepartners für jedes volle über zehn Jahre hinausgehende Jahr des Altersunterschieds der Ehegatten um fünf Prozent gekürzt wird, liegt darin keine gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßende Diskriminierung wegen des Alters. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) jetzt entschieden (3 AZR 400/17).

mehr ...