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29. September 2011, 09:33
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Neue Marktchancen in der digitalen Welt

Die medialen Megatrends haben auch in der Versicherungswirtschaft einen tiefgehenden Transformationsprozess angestoßen. Social Media und Internet beleben das Geschäft.

Gastkommentar von Markus Rieß, Allianz Deutschland

Riess Allianz in Neue Marktchancen in der digitalen Welt

Internet und Digitalisierung schreiten unaufhaltsam voran und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Über alle Altersgruppen hinweg nutzen bereits 72 Prozent der Deutschen das Internet, knapp 30 Millionen Mobiltelefone werden allein in diesem Jahr verkauft, davon zehn Millionen internetfähige Smartphones. Auch soziale Netzwerke haben unsere Kommunikation verändert: Allein ein Viertel der Deutschen tauscht sich regelmäßig über das soziale Netzwerk Facebook aus. Das Web 2.0 ist somit zur zentralen Kommunikationsdrehscheibe geworden: In der Internet-Cloud werden Daten gespeichert, alle Arten von Informationen gesucht, Kontakte und Netzwerke gepflegt und online Geschäfte getätigt.

Diese medialen Megatrends haben auch in der Versicherungswirtschaft einen tiefgehenden Transformationsprozess angestoßen, stellt sich die “digital-papierlose Versicherung” heute doch völlig anders dar als die “analog-papierbasierte” noch vor acht oder zehn Jahren. Digitalisierung und Internet haben dabei nicht zuletzt auch die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden verändert. Dies führte auch zu neuen Anforderungen und Ansprüchen an die Versicherungen.

Schon in den 90er-Jahren hatte die Deregulierung des Versicherungsmarkts zu mehr Wettbewerb zwischen den Versicherungsanbietern geführt. Eine wichtige Folge war dabei der Wandel von Versicherungstarifen zu bedarfsorientierten Produkten und Serviceangeboten: Aus”Antragsstellern” oder “Versicherungsnehmern” wurden dabei mündige Kunden. Die Versicherer mussten sich ihrerseits immer mehr auf deren Anforderungen und Bedürfnisse einstellen, und zwar sowohl im Hinblick auf Beratung und Verkauf als auch bezüglich der Produkt- und Servicewelt.

Durch die Vergleichbarkeit von Finanz- und Versicherungsprodukten im Internet wurde mehr Transparenz geschaffen und der Wettbewerbsdruck der Anbieter weiter erhöht: Mehr als 40 Prozent der Versicherungskunden informieren sich heute über Versicherungsthemen im Internet, fast jede zehnte Versicherung wird inzwischen bereits online abgeschlossen. Die herkömmliche Bindung an die Versicherung und somit teilweise auch den lokalen Versicherungsvertreter wurde unter diesen Vorzeichen lockerer. Um im Wettbewerb zu bestehen, mussten die Versicherer also die traditionellen Strukturen an die neuen Bedürfnisse und Verhaltenweisen der Kunden unter den Bedingungen des Web 2.0 anpassen.

Seite 2: Digitalisierung im Betrieb: Das papierlose Büro wird Wirklichkeit

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1 Kommentar

  1. Digitale Transformation ist ein stabiler Trend und Unternehmen sind gefordert in ihren Geschäftsmodellen die Verknüpfung der digitalen und physischen Welten strategisch zu planen. Allerdings gibt es einen markanten, in der Praxis deutlich erkennbaren Stolperstein: da Digitalisierung in der Realität aus diversen Einzelelementen besteht, die von einzelnen Unternehmensbereichen mit Kleinstbudgets ohne globale Perspektive umgesetzt werden können, besteht eine Tendenz zur chaotischen Diversifizierung unter Verlust einer einheitlichen Wirkung auf Kunden, Mitarbeiter und Partner – mit negativer Wirkung auf Kosten und Nutzen der Digitalisierungsbemühungen. Gefordert ist eine strategische Digitale Agenda auf oberster Unternehmensebene, mit dem Willen (und den Budgets!) für die Umsetzung. Die Herausforderung besteht darin, diese Digitale Agenda auf Vorstandsebene zu bringen – bei der Allianz ist das gelungen (Chapeau!), bei vielen anderen Unternehmen hat das Thema noch nicht die notwendige Priorität.

    Kommentar von Richard Herz, Capgemini Consulting — 29. September 2011 @ 18:18

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