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21. Mai 2012, 14:33
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Berufsunfähigkeitsversicherung: Nur ein Viertel ist abgesichert

Lediglich 25 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland haben bisher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, so das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts You Gov. Die Mehrheit der Befragten hält diese Absicherung allerdings für wichtig.

BerufsunfähigkeitsversicherungLaut der Studie “Abschlusspotenzial für Berufsunfähigkeitsversicherungen” des Marktforschungs- und Beratungsinstituts You Gov, für die deutschlandweit 1.500 repräsentativ ausgewählte erwerbstätige Personen zwischen 16 und 50 Jahren befragt wurden, haben sich nur 25 Prozent der Befragten für diese Form der Grundabsicherung entschieden.

“Nicht mehr im gewohnten Beruf arbeiten zu können, ist für viele Menschen ein schwer greifbares Risiko”, sagt Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand der You Gov Deutschland AG. “Dennoch löst es starke Befürchtungen über einen Verlust an Lebensqualität aus, so dass eine grundlegende Sensibilisierung für Berufsunfähigkeitsversicherungen im Markt vorhanden ist.” Laut der Befragung haben 85 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich bereits Gedanken zur Berufsunfähigkeit gemacht und vier von fünf der Erwerbstätigen halten eine Berufsunfähigkeitsversicherung für wichtig.

Das Kernmotiv für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist laut Studie die finanzielle Absicherung. Jedoch falle es vielen Erwerbstätigen schwer, die tatsächliche Versorgungslücke für sich persönlich zu ermitteln. Jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland zwischen 16 und 50 Jahren ohne Berufsunfähigkeitsversicherungsschutz kann es sich demnach zumindest “vielleicht” vorstellen, in den kommenden 18 Monaten eine Versicherung abzuschließen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind das mehr als 16 Millionen Personen, die einem entsprechenden Beratungsangebot offen entgegentreten würden, so You Gov.

Wenn Personen trotz hohen Interesses keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, liege dies meistens an der Höhe der Beiträge. Andere mögliche Hemmnisse, wie fehlende Transparenz oder Gesundheitsprüfungen, seien hingegen weniger ausschlaggebend. “Produktinnovationen für die Berufsunfähigkeitsabsicherung müssen Kundenerwartungen hinsichtlich mehr Preis-Leistungsflexibilität berücksichtigen, um im gesamten Markt erfolgreich zu sein”, rät Gaedeke. (jb)

Foto: Shutterstock

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7 Kommentare

  1. Also meiner Meinung nach ist solch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein MUSS. Ich habe selbst vor kurzem eine abgeschlossen und kann nur sagen, dass es besser ist eine solche so früh wie möglich abzuschließen. Sicher ist sicher.
    Momentan gibt es echt gute Seiten auf denen man diese Versicherungen vergleichen kann und genau erklärt bekommt was dies überhaupt ist und wozu man sie braucht.
    lg
    hannes

    Kommentar von hannesBU — 10. April 2013 @ 11:39

  2. Hallo Herr Meier
    Mit den Beitragszuschlägen bei herhöhter Risikogruppe haben Sie völlig recht. Hab ich selbst in meinem persönlichem Umfeld gesehen, (komplizierter Fußgelenk bruch), Angestellte als Verkäuferin und wollte sich gegen berufsunfähigkeit absichern. Hatte dann aber Abstand genommen, auf Grund der zu hohen Beiträge zu dem ohnehin schon niedrigen Gehalt.

    Kommentar von Ramona Bissing — 12. März 2013 @ 09:04

  3. Das Risiko berufsunfähig zu werden ist für einen Gesunden “weit weg” und eine abstrakte Angelegenheit. Wofür Risikoprämien zahlen, wenn man den Abschluß einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch auf die lange Bank schieben kann. Die Umfrage spricht hier auch von “vielleicht…in den nächsten 18 Monaten” einen BU-Schutz abschließen. Erst wenn erste Krankheiten oder Anzeichen auftauchen, befassen sich viele intensiver mit dem Thema der Arbeitskraftabsicherung. Ein erschwerter Zugang zum Versicherungsschutz ist oftmals die Folge. Neben reinen Berufsunfähigkeitsversicherungen bieten die Versicherer mittlerweile auch viele alternative Absicherungsmöglichkeiten an, um besondere Berufe oder Tätigkeiten zu berücksichtigen. Eine Beratung zur Berufsunfähigkeit muss detailliert erfolgen und mögliche Vorerkrankungen berücksichtigen. Da die Wettbewerbssituation der Versicherer zu sinkenden Prämien für einzelne Berufsgruppen geführt haben und zu zahlreichen Bedingungsverbesserungen sollte auch ein bestehender Berufsunfähigkeitsschutz einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Gerade verantwortungsvolle Berater sind hierzu verpflichtet.

    Kommentar von Andre Perko — 20. Juni 2012 @ 15:46

  4. @Herr Kienert
    Der letzter Kommentarteil von mir kam etwas unglücklich rüber. Wie immer möchte ich nicht alle Makler in eine Schublade stecken, jedoch ist die Beratung häufig zu sehr von dem pot. Abschluss geprägt und nicht immer gut für den Interessenten. Natürlich sind dies die Ausnahmen, jedoch häufig Gründe für das Misstrauen der Menschen. Es ist wie mit den Polen, die klauen ja auch alle bekantlich Autos :)
    Grüße
    L. Meier

    Kommentar von L. Meier — 23. Mai 2012 @ 23:07

  5. Das Problem liegt daran, dass es immer noch zuviele Menschen gibt, die glauben, dass der Staat das richten wird. Leute Macht die Augen auf der Staat ist Pleite und hat ganz andere Probleme wie die Absicherung bei BU von uns Bürgern. In Zeiten von BurnOut kann jeder BU werden, egal welchen Alters und welchen Berufes. Physische Erkrankung sind übrigens die häufigsten Gründe einer Berufsunfähigkeit.
    Junge Menschen können eine private Absicherung schon für unter 30 Euro im Monat bekommen und haben damit Ruhe bis zum Ende ihres Berufslebens, außerdem sind Sie da meist noch gesund.
    Fazit ist also: Selbst je früher (junger) umso besser eine Berufsunfähigkeitsrente bei einem soliden Versicherer abschließen und den Vertrag nur noch zu Überprüfung der Rentenhöhe wieder in die Hand nehmen, in keinem Fall auf Rat eines windigen Struktur-Beraters kündigen.

    Kommentar von Reising — 22. Mai 2012 @ 09:28

  6. Das kann so nicht stehen bleiben und ich denke, ich spreche da auch für meine Maklerkollegen. Es ist richtig, dass einige Berufsgruppen, teils unbezahlbare Beiträge für ihre Absicherung aufbringen müssen. Hier kommt es auf die richtige Beratung an. Mittlerweile gibt es seitens der Versicherer einige Alternativen für eine Absicherung. Die Absicherung über die gesetzliche Seite ist bereits an den leeren Kassen gescheitert. Denn seit 2001 erhält jeder nach 1961 gebohrene, nur noch die Erwerbsminderungsrente. Eine volle Berufsunfähigkeitsvorsorge vom Staat war nicht mehr finanzierbar, so wie viele andere Sozialleistungen auch. Es kann auch nicht stehen bleiben, dass Makler sich an günstigeren Risikogruppen bereichern. Der Makler steht, im Gegensatz zum Versicherungsvertreter, in der Haftung mit seinem Namen und seinem Vermögen, wenn er eine Falschberatung abliefert. Selbst in günstigen Risikogruppen kann niemand ausschließen, dass die Person in den nächsten 30 Jahren nicht psychisch erkrankt (übrigens eine der am häufigsten Erkrankungen über alle Risikogruppen) oder einen Unfall erleidet. Demnach ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für alle wichtig und jeder sollte sich über sein persönliches Risiko beraten lassen und dann selbst entscheiden.
    MFG
    Christian Kienert
    ass24 Beratungswelt AG

    Kommentar von Christian Kienert (ass24 Beratungswelt AG) — 22. Mai 2012 @ 09:14

  7. Das Problem bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist vor allem der Preis. Sobald eine Person zur Risikogruppe gehört, werden die Beiträge kaum noch bezahlbar und gehen monatlich in den dreistelligen Bereich, sofern man nicht gerade Mittag zwanzig ist. Da müsste es noch bezahlbarere Optionen für die Versicherten geben. Eine Alternative wäre eine staatliche Absicherung, die wohl deutlich günstiger wäre. Die Erwerbsminderungsrente reicht da wohl kaum zum Leben. Ein weiteres Problem sind die Makler, die natürlich auch daran verdienen wollen und auch mal Personengruppen eine BU empfehlen, die kaum das Risiko einer Berufsunfähigkeit aufweisen. Ich bin gespannt, wo sich die Thematik in den nächsten Jahren noch hinentwickelt.
    Grüße
    L. Meier

    Kommentar von L. Meier — 21. Mai 2012 @ 17:11

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