Anzeige
Anzeige
25. Oktober 2012, 13:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Neue Garantiemodelle werden sich durchsetzen“

Die deutsche Lebensversicherung steckt in der Sinnkrise. Bharat Bhayani, Partner der Actuarial & Insurance Services bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, fordert die Politik dazu auf, der Branche mehr Rechtssicherheit für das langlaufende Geschäft zu verschaffen.

Lebensversicherung: Bharat Bhayani Das Gespräch führte Lorenz Klein, Cash.

Cash.: Herr Bhayani, laut Ihrer Studie „Lebensversicherung 2.0“ sind 93 Prozent der befragten Versicherer in Deutschland der Ansicht, dass die EU-Aufsichtsregel Solvency II im Zusammenspiel mit der Volatilität der Kapitalmärkte und dem Niedrigzinsniveau zu einem eingeschränkten Angebot an attraktiven Altersversorgungsprodukten führen könnte. Können Sie das näher erläutern?

Bhayani: Ein Großteil der Altersversorgungsprodukte, die aktuell von den Lebensversicherungen angeboten werden, bietet eine garantierte Leistung. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal der Branche.

Solche Produkte haben in der Regel lange Laufzeiten, und zugleich führen die neuen Solvency-II-Regeln in Kombination mit niedrigen und volatilen Zinsen zu sehr hohen Kapitalanforderungen. Die Lebensversicherungen müssen deshalb zuerst dafür sorgen, dass sie die Solvency-II-Kapitalanforderungen für ihre Policen im Bestand erfüllen. Die Folge könnte sein, dass weniger Kapital für das Neugeschäft übrig bleibt.

Cash.: Was müsste die Politik jetzt tun, damit die Lebensversicherung, wie von der Assekuranz gefordert, als zentrales Element der Altersversorgung in Deutschland erhalten bleibt?

Bhayani: Es geht hier weniger um einzelne Maßnahmen, da die Probleme durch das Zusammenspiel vieler Faktoren verursacht werden. Zunächst einmal sollten angemessene Übergangsregeln für die Einführung von Solvency II es den Unternehmen ermöglichen, ihre Risiko- und Geschäftsstrategien über einige Jahre anzupassen. Die Politik muss klare Prioritäten setzen und dabei Widersprüche vermeiden.

Es ist zum Beispiel wenig sinnvoll, die Altersvorsorge zu forcieren und gleichzeitig hohe garantierte Rückkaufswerte bei vorzeitigem Storno der Verträge zu verlangen. Die Rechtsprechung der vergangenen Jahre hatte teilweise Auswirkungen auf bestehende Verträge und hat dadurch nachträglich nicht kalkulierte Leistungen erzwungen. Die Branche braucht grundsätzlich Rechtssicherheit für das langlaufende Geschäft.

Seite zwei: Lösungsansätze für die Altersarmut

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

“Mietpreisbremse allein ist machtlos”

In Berlin und München sind die Mieten nach Einführung der Mietpreisbremse noch schneller gestiegen als zuvor. Das geht aus einer Analyse von Immowelt hervor. Carsten Schlabritz, CEO von Immowelt fordert mehr Maßnahmen gegen steigende Mieten.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...