Anzeige
Anzeige
14. November 2012, 15:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GDV-Jahresbilanz: Kunden streben nach Sicherheit

Die deutschen Versicherer können ihre Beitragseinnahmen in diesem Jahr um 1,5 Prozent auf 180,7 Milliarden Euro steigern. Das ergab die heute in Berlin vorgestellte GDV-Hochrechnung. Einen besonders schweren Stand haben die Riester-Rente sowie – abermals – fondsgebundene Versicherungen.

Rolf-Peter Hoenen, GDV-Präsident

„Trotz der besonderen Herausforderungen der Euroschuldenkrise ist die Geschäftsentwicklung der deutschen Versicherungswirtschaft in diesem Jahr zufriedenstellend“, bilanzierte GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen. Vor allem das Beitragseinnahmenplus in der Schaden- und Unfallversicherung von voraussichtlich 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr  – das kräftigste Wachstum seit 1994, wie Hoenen betonte – sowie ein Wachstum von 3,4 Prozent in der privaten Krankenversicherung (PKV) halten den spartenübergreifenden Zuwachs gerade noch im positiven Bereich (Gesamtübersicht auf Seite zwei).

Sorgenkind Lebensversicherung

Mehr Schatten als Licht gibt es allerdings in der Lebensversicherung: Das Geschäft gegen laufenden Beitrag tritt auf der Stelle (plus 0,6 Prozent auf rund 64,3 Milliarden Euro), zudem gibt das Einmalbeitragsgeschäft abermals deutlich nach (minus 4,6 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro). Als Folge dieser Entwicklung fallen die Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung laut GDV insgesamt (einschließlich Pensionskassen und -fonds) um voraussichtlich 0,7 Prozent auf 86,2 Milliarden Euro.

Fondsgebundene Policen verlieren weiter an Boden

Zu den besonders leidgeplagten Produkten in der Lebensversicherung zählen auch weiterhin die fondsgebundenen Policen. Seit Ausbruch der Finanzmarktkrise sehe man eine kontinuierliche Verschiebung zu Gunsten der klassischen Lebensversicherungen, konstatiert Hoenen. Lag der Anteil der fondsgebundenen Policen im Neugeschäft der kapitalbildenden Policen im Jahr 2008 noch bei 41 Prozent, stürzte er in der Folge auf aktuell 24 Prozent ab. Entsprechend stieg der Anteil der klassischen Verträge von knapp 59 Prozent in 2008 auf 76 Prozent an (siehe Grafik).

„Dramatischer Einbruch“ beim Riester-Absatz

Auch der schwache Absatz von Riester-Verträgen bereitet der Branche Sorgen. Dieser werde 2012 voraussichtlich um 34 Prozent auf rund 620.000 Stück sinken, teilte der GDV-Präsident mit. Als Grund für den „dramatischen Einbruch“ machte Hoenen eine „monatelange Stimmungsmache“ gegen die Riester-Rente aus: „Mit zum Teil haarsträubenden Behauptungen sind sowohl das Produkt als auch die Riester-Reform systematisch diskreditiert worden. Dafür fehlt mir wirklich jegliches Verständnis“.

Gleichwohl räumte der GDV-Chef ein, dass es unerlässlich sei, die Riester-Rente attraktiver zu gestalten. Zehn Jahre nach ihrer Einführung, in der die Einkommen um etwa 20 Prozent gestiegen seien, sei es überfällig, dass das Volumen der Riester-Förderung an die Einkommensentwicklung angepasst und dynamisiert werde, so der Appell des GDV-Präsidenten an die Politik.

Rolf-Peter Hoenen, GDV-Präsident

Grafik: GDV (Anklicken zum Vergrößern)

Seite zwei: „Niedrige Zinsen enorme Herausforderung für Lebensversicherer“

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...