12. Oktober 2012, 12:52
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Techniker erstattet Praxisgebühr

Die zweitgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland, die Techniker Krankenkasse (TK), hat heute beschlossen, ihren sechs Millionen Kunden – auf Antrag – die Praxisgebühr zu erlassen. Zudem sollen TK-Versicherte im nächsten Jahr eine Beitragsrückerstattung von 80 Euro erhalten.

Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse

Dr. Jens Baas, Vorstandschef Techniker Krankenkasse

Wie die TK mitteilt, bekommen die Versicherten die Praxisgebühr erstattet, wenn sie an mindestens vier Vorsorgemaßnahmen im Jahr teilgenommen haben. Auf diesem Wege könnten TK-Kunden bis zu 60 Euro pro Jahr bekommen, heißt es. Voraussetzung sei, dass die Versicherten die Praxisgebühr-Quittungen bei der Kasse einreichen.

In den Genuss der Beitragsrückerstattung in Höhe von 80 Euro sollen alle Kassenmitglieder kommen, die vom 1. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013 in die TK einzahlen. „Mit dieser Dividende beteiligt unsere Selbstverwaltung die TK-Mitglieder an der guten Finanzsituation. Wir möchten sie dazu bewegen, ihre persönliche TK-Dividende in die eigene Gesundheit zu investieren“, sagt TK-Chef Dr. Jens Baas. Mit einer halben Milliarde Euro sei dies wohl die mit Abstand größte Beitragsrückerstattung, die es je bei einer Krankenkasse gegeben habe, so Baas.

Die heutige Entscheidung des TK-Verwaltungsrats in Berlin dürfte für Unmut unter den weniger gut betuchten Krankenkassen sorgen. Da die TK überdurchschnittlich viele junge Kunden im Bestand hat, kann sie auf vergleichsweise hohe Rücklagen von voraussichtlich mehr als 3,5 Milliarden Euro zum Jahresende zurückgreifen.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, plant auch die Hanseatische Krankenkasse (HEK) Teile ihres Jahresüberschusses an ihre 400.000 Mitglieder auszuschütten. Demnach soll jedes am 1. Mai 2013 beitragzahlende Mitglied, unabhängig von der Dauer seiner Mitgliedschaft, eine Prämie von 75 Euro erhalten.

Die deutschen Krankenkassen hatten zuletzt Rücklagen von insgesamt mehr als 20 Milliarden Euro angesammelt. Das Bundesversicherungsamt drohte damit, das Geld den Versicherten „per Zwang“ zu überlassen, auch in der Politik wurden Stimmen laut, die Versicherten an der guten Finanzlage der Kassen zu beteiligen. (lk)

Foto: Techniker Krankenkasse

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