PKV-Mitgliederschwund in der Top Fünf

Licht und Schatten für die Großunternehmen der privaten Krankenversicherung (PKV): Mit der Central, der DKV und der Allianz verzeichneten gleich drei der fünf größten Anbieter ein Minus im Vollversichertenbestand 2011. Debeka und Axa konnten hingegen zulegen, teilt der Dienst für Gesellschaftspolitik (dfg) mit.

Beratung KundenDas Ranking, dass der gesundheitspolitische Hintergrunddienst dfg gestern veröffentlichte, zeigt, dass die Hanse Merkur Krankenversicherung den Vollversichertensaldo am erfolgreichsten steigern konnte. Nicht nur nach Köpfen, sondern auch prozentual verwies das Hamburger Unternehmen das größte PKV-Unternehmen, die Koblenzer Debeka, auf den zweiten Rang (siehe Grafik).

Den dritten Platz erreichte der französische Versicherer Axa, der sein Deutschlandgeschäft von Köln aus steuert und hierzulande bereits zum drittgrößten Anbieter zählt. Nach Angaben der dfg liegt die Axa im Fünf-Jahres-Vergleich sogar an der Spitze – rund 500.000 vollversicherte Personen konnte das Unternehmen seit 2007 unterm Strich hinzugewinnen, dahinter folgen die Debeka und die Hanse Merkur.

Weiter berichtet die dfg, dass die Central Krankenversicherung „ihre besten Zeiten gesehen haben dürfte“. Die in Köln ansässige Tochter des italienischen Assekuranzriesens Generali verlor per Saldo binnen eines Jahres 14.622 Vollversicherte (minus 2,96 Prozent). Auch die DKV und die Allianz mussten absolute Rückgänge im zweistelligen Bereich hinnehmen – unterm Strich kehrten jeweils mehr als 11.000 Vollmitglieder den beiden Unternehmen den Rücken.

Für das Segment der Zusatzversicherten führt die Kölner DKV hingegen das Ranking mit weitem Abstand an, teilt die dfg mit. Auch die im Vollversichertenbereich schwächelnde Allianz legte in diesem Segment ordentlich zu und behauptete damit ihren zweiten Platz, sagt dfg-Chefredakteur Wolfgang Lange. Ohnehin würde das Zusatzversicherungsgeschäft bei allen 45 Mitgliedern des PKV-Verbandes boomen.

Das Image der PKV habe in den letzten Jahren erheblich gelitten, so das Fazit des dfg-Berichts. „Ein Grund dafür dürfte zum gehörigen Teil im aggressiven Akquisitionsverhalten einiger PKV-Unternehmen liegen, deren international tätige Konzern-Mütter wenig Verständnis für die deutschen Verhältnisse besitzen“, analysiert der Hintergrunddienst. Denn eigentlich habe das Assekuranz-Segment per Saldo in 2011 wieder eine positive Bilanz eingefahren. Noch immer wechseln mehr Bundesbürger in die PKV als sterben oder sich für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) entscheiden, so der dfg.

In die „dfg-Liste der deutschen privaten Krankenversicherungsunternehmen“ wurden Anbieter von privaten Krankenversicherungen differenziert nach Vollversicherten, Kooperationsversicherten und Zusatzversicherten seit dem 1. Januar 2004 aufgenommen. (lk)

DFG-PKV-Ranking

Tabelle: dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik

Foto: Shutterstock

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