Selbständige bevorzugen Beratung aus einer Hand

Selbständige wollen in sämtlichen Finanzangelegenheiten von einem einzigen Berater betreut werden, so eine aktuelle Studie des Marktforschungs- und Beratungsinstituts You Gov. Besonderen Wert legen die Befragten zudem auf die Unabhängigkeit des Vermittlers.

HandschlagBei den Selbständigen ist die Vertragsdichte mit durchschnittlich 11,2 Versicherungsprodukten deutlich höher als bei anderen Marktteilnehmern, so die Studie, denn diese schließen demnach nicht nur private, sondern auch gewerbliche Policen ab. Allerdings erlaube das knappe Zeitbudget der Selbständigen es ihnen nicht, sich selbst um jedes Thema zu kümmern.

Für die Studie „Kundenmonitor Assekuranz Selbstständige“ hat das Marktforschungsinstitut im Zeitraum vom 17. Januar bis 13. Februar 2012 1.000 Selbständige und Angehörige der Freien Berufe in Deutschland mit bis zu fünf Mitarbeitern und einem jährlichen Mindestumsatz von 25.000 Euro in 15-minütigen Telefoninterviews befragt.

Die Studie untersuchte neben dem Beratungsbedarf und den Anforderungen dieser Zielgruppe an eine Finanzberatung auch den Produktbesitz, die Vertriebswege, die Versicherungsmentalität die Kommunikations- und Informationspräferenzen, die Neuabschlüsse, die Schadenerfahrung der Selbstständigen sowie die Marktanteile, Kundenbindung und -zufriedenheit der 16 größten Versicherer.

Laut der Umfrage gaben fast 80 Prozent der befragten Selbständigen an, nur das Nötigste für Finanzangelegenheiten zu tun. Daher habe die Mehrheit den Wunsch, übergreifend von einem einzigen Vermittler beraten zu werden. So bevorzugen 68 Prozent bei privaten sowie geschäftlichen Versicherungsgeschäften die Beratung durch eine Person.

50 Prozent der Teilnehmer möchten demnach sogar bei Finanzgeschäften jeglicher Art – sei es bei Bank- oder Versicherungsangelegenheiten, privat oder auch geschäftlich – von einem einzigen Berater betreut werden. Besonders stark ausgeprägt sei dieses Bedürfnis bei Menschen mit sprach- und informationsvermittelnden Berufen (67 Prozent).

Besonderen Wert bei der Erstellung eines ganzheitlichen Konzepts legen die Selbständigen auf eine unparteiische Sichtweise, so die Studie. So ist demnach für 51 Prozent der Befragten der unabhängige Finanzmakler der bevorzugte Ansprechpartner, wenn es um ihre Finanzangelegenheiten geht.

Nur 19 Prozent sehen hingegen im klassischen Vertreter einer Versicherung oder Bank den geeigneten Vermittler. Der Grund dafür liegt den Studienautoren zufolge in den Auswahlmöglichkeiten von Produkten mehrerer Anbieter durch einen unabhängigen Finanzmakler. Eine übergreifende Beratung sei für die Meisten nur dann akzeptabel, wenn ein Angebot aus Produkten verschiedener Gesellschaften bestehe.

Die Möglichkeit, sich bei Finanzprodukten zwischen unterschiedlichen Anbietern entscheiden zu können, sei insbesondere für Ärzte von hoher Relevanz. Dabei sollte ein Finanzmakler aus der Sicht der Teilnehmer auf gewerbliche Versicherungen spezialisiert sein. (jb)

Foto: Shutterstock

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