25. Januar 2012, 16:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Wir liegen erst bei 50 Prozent“

Cash.: Deutsche Mitarbeiter werden immer mobiler: Wie ist es um die Mitnahme von Versorgungsrechten bestellt?

Arnold: Im Rahmen der vorhandenen Übertragungsabkommen für die Direktversicherung, Pensionskasse und bestimmte Pensionsfondsverträge sind bereits heute kostenlose Übertragungen ohne erneute Abschlußkosten und ohne erneute Gesundheitsprüfung branchenweit möglich und werden auch praktiziert. Damit sind weit über 90 Prozent der Verträge mit Entgeltumwandlung abgedeckt. Viele Arbeitgeber ermöglichen neu eingestellten Mitarbeitern auch die Fortführung ihres vorhandenen Vertrags.

Cash.: Wäre es nicht hilfreich, dass steuerliche Rahmenbedingungen bei den externen Versorgungsträger vereinheitlicht werden?

Arnold: Eine Vereinheitlichung über alle Durchführungswege halten wir aufgrund deren jeweiliger Spezifika für nicht realistisch und auch nicht für sachgerecht – insbesondere das in der Regel vom Arbeitgeber finanzierte Instrument der Direktzusage mit allen Freiheitsgraden setzt der Portabilität natürliche Grenzen, will man nicht die Unternehmen von der Erteilung derartiger Zusagen abschrecken.

Cash.: Auf europäischer Ebene stehen in diesem Jahr die Themen Solvency II und die Überarbeitung der EU-Pensionsfondsrichtlinie im Fokus. Welche Auswirkungen sind hier für die bAV zu erwarten?

Arnold: Unabhängig von Solvency II wird immer wieder eine Überarbeitung der EU-Pensionsfondsrichtlinie diskutiert. Solange aber die nationalen Steuer-, Arbeitsrechts- und Sozialversicherungssysteme national geprägt sind, werden grenzüberschreitende bAV-Lösungen eine Randerscheinung bleiben. Für die Praxis spielt eine größere Rolle, ob und inwieweit die Anforderungen aus Solvency II auf Einrichtungen der bAV (regulierte Pensionskassen, Pensionsfonds) übertragen werden. Zunächst ist festzustellen, daß selbst die Regelungen für Lebensversicherer nich nicht abschließend fixiert und einige der vorliegenden Vorschhläge noch nicht sachgerecht sind. Bezüglich der genannten bAV-Einrichtungen sind wir optimistisch, daß der Gesetzgeber deren Besonderheiten angemessen berücksichtigen wird. Dies kann beispielsweise bedeuten, daß eine Firmenpensionskasse dann weniger Eigenmittel bereithalten muss, wenn eine (insolvenzgesicherte) Nachschusspflicht des Arbeitgebers besteht.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Allianz Leben

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Provinzial NordWest: Kerngesund und kraftvoll trotz Orkanschäden

Die Provinzial NordWest hat sich im vergangenen Geschäftsjahr 2018 erneut sehr erfolgreich als wachstums- und ertragsstarker Versicherungskonzern im Markt positioniert. Mit einem Anstieg der gebuchten Beitragseinnahmen um 3,4 % auf 3,46 Mrd. Euro wuchs der zweitgrößte öffentliche Versicherer deutlich über dem Marktdurchschnitt. Der Markt ist in der Schaden-, Unfall- und Lebensversicherung (inkl. Pensionskassen und Pensionsfonds) um 2,3 % gewachsen.

mehr ...

Immobilien

Immobilienkauf: “Mentalität vermitteln”

Wohnungen hierzulande sind nicht nur bei deutschen Käufern begehrt. Zunehmend treten auch ausländische Bewerber auf. Für Makler wird es deshalb immer wichtiger, auf die jeweiligen Eigenarten dieser Zielgruppen einzugehen, aber auch die deutsche Mentalität zu vermitteln. Ein Gastbeitrag von Anita Gärtner, Sotheby’s International Realty, Berlin

mehr ...

Investmentfonds

“Hoher Investitionsbedarf treibt die Kurse”

Aktien von Infrastrukturunternehmen gelten in Krisenzeiten als deutlich stabiler als der breite Markt. Warum das so ist und welche weitere Vorteile Investments in das Segment Infrastruktur bieten, erklärt Susanne Linhardt, Senior Portfolio Managerin Aktien bei Bantleon, im Gespräch mit Cash.

mehr ...

Berater

Kunden: “Die Bank muss digital sein”

Für Banken wird es immer wichtiger, dass sie digitale Angebote wie Onlinebanking bieten. Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) achtet ein großer Teil der Kunden inzwischen auf entsprechende Service-Angebote. Die persönliche Beratung verliert dagegen weiter an Bedeutung.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Insolvenzverwalter holt Immobilien vom Gründer zurück

Im Insolvenzverfahren über das Privatvermögen des Gründers des Container-Anbieters P&R wurde die erste Gläubigerversammlung abgehalten. Der Insolvenzverwalter konnte demnach Vermögenswerte sichern – wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...