17. September 2013, 08:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

bAV: Expertennetzwerke helfen, teure Fehler zu vermeiden

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine hochkomplexe Thematik. Fehler können für Unternehmen teuer werden. Vor allem viele Mittelständler sind deshalb immer noch zurückhaltend. Aber die bAV kommt in Mode. In der Beratung etablieren sich unabhängige Expertennetzwerke.

Gastbeitrag von Rudolf Geyer, European Bank for Financial Services

bAV: Expertennetzwerke helfen

Rudolf Geyer, ebase: “In der Praxis zeigt sich, dass viele Unternehmen inzwischen mit Finanzierungslücken zu kämpfen haben.”

Manche Sätze klingen ganz einfach, können aber Sprengstoff enthalten. “Die Rente zum 65. Lebensjahr beträgt 60 Prozent des letzten Gehalts.” So oder so ähnlich lauten Vereinbarungen, die Unternehmen vor allem mit Führungskräften vereinbaren. Der Alterssicherungsbericht der Bundesregierung besagt, dass Direktzusagen und Unterstützungskassen neben Direktversicherungen eine verbreitete Form der bAV sind.

Win-Win-Situation birgt Konfliktpotenzial 

Auf den ersten Blick ist eine solche Direktzusage eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Die einen sorgen für ihren Lebensstandard im Alter vor, die anderen können die Rückstellungen dafür steuerlich absetzen. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass viele Unternehmen inzwischen mit Finanzierungslücken zu kämpfen haben.

Der Grund: Es wurden seinerzeit oft Kapitallebensversicherungen abgeschlossen, deren Ablaufleistung auf die steuerliche Pensionsrückstellung zum Rentenalter abgestimmt ist. Aber die bei Vertragsabschluss angenommenen Überschussanteile werden angesichts der aktuellen Zinsflaute häufig nicht erreicht. Hinzu kommt, dass die 2006 angepassten Sterbetafeln den Kapitalbedarf erhöht haben.

Unternehmensübergänge sind gefährdet

Aus der Win-Win-Situation von einst ist Konfliktpotenzial geworden, mit dem insbesondere mittelständische Unternehmen zu kämpfen haben. So sind Unternehmensübergänge bisweilen auch deshalb gefährdet, weil der neue Eigentümer die Finanzierung für Pensionszusagen nicht stemmen kann.

Da wundert es nicht, wenn viele kleinere und mittlere Unternehmer bei bAV immer noch zurückhaltend sind. Laut Alterssicherungsbericht nimmt der Anteil der Beschäftigten mit bAV-Ansprüchen ab, je weniger Mitarbeiter ein Unternehmen hat. Dabei werden solche Angebote für viele Spitzenkräfte im sogenannten “War for Talents” eine wichtige Entscheidungsgrundlage.

Expertennetzwerke bieten individuelle Lösungen

Ob Zeitwertkonten, Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse oder -fonds, jede Lösung ist mit unterschiedlichen bilanziellen, steuerlichen, arbeits- und sozialrechtlichen und natürlich Finanzierungsfragen verbunden. Fehler können teuer werden, das zeigt das Beispiel der Direktzusagen.

Im Augenblick bietet der Markt im Wesentlichen zwei Lösungswege für Unternehmen an: Große Anbieter – in der Regel Versicherungskonzerne – bieten standardisierte Produkte an. Für individuelle Lösungen sorgen Expertennetzwerke. Sie arbeiten mit den Finanzberatern zusammen, welche die interessierten Unternehmen zum Teil schon über Jahre und Jahrzehnte kennen. Wo der Berater Unterstützung bei kniffligen Detailfragen braucht, schaltet er den Spezialisten aus dem Netzwerk hinzu.

Seite zwei: Analyse zeigt Finanzierungslücken

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Heil bei Grundrente kompromissbereit: Wir sind lösungsorientiert

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich im Koalitionsstreit um die Einführung einer Grundrente kompromissbereit gezeigt. “Wir sind lösungsorientiert”, sagte er am Montag vor einer Sitzung des SPD-Parteipräsidiums in Berlin.

mehr ...

Immobilien

Wohn- und Mietenpaket der GroKo: Gute Zeichen für den Wohnungsbau, schlechte Zeichen im Mietrecht

Der beschlossene Wohnpakt trifft nicht überall auf Zustimmung auch der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (GdW) äußert sich eher kritisch. Was Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, trifft.

mehr ...

Investmentfonds

China: Wirtschaft wächst langsamer, Aktienauswahl ist Trumpf

Das Wirtschaftswachstum in China ist im zweiten Quartal 2019 auf 6,2 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert seit beinahe dreißig Jahren. Die Regierung versucht, mit zahlreichen stimulierenden Maßnahmen einer weiteren Abschwächung zuvorzukommen – insbesondere angesichts des Handelskonflikts mit den USA. Aber auch in diesem schwierigen Umfeld bieten sich am chinesischen Aktienmarkt einige interessante Anlagechancen.

mehr ...

Berater

Digitaler Wandel: „Reflexion ist eine fantastische menschliche Eigenschaft“

Die Transformation beherrscht die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse. Willkommen in disruptiven Zeiten – dass das so ist, belegen nicht nur die Titel auf den Bestseller-Listen. Während Newcomer und Startups auf den Startblöcken stehen, um ganze Branchen umzuwerfen, werden viele etablierte Unternehmen zunehmend unruhig. Ein Gespräch mit Reza Razavi, Senior Manager Culture and Transformation bei BMW Group, Teil von Club 55 (European Experts of Marketing and Sales).

mehr ...

Sachwertanlagen

Bundesregierung plant Verbot von Blind-Pool-Vermögensanlagen

Das Finanz- und das Justiz-/Verbraucherschutzministerium haben ein „Maßnahmenpaket“ vorgestellt, mit dem Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz weiter eingeschränkt und zum großen Teil verboten werden sollen.

mehr ...

Recht

Fliegende Dachziegel – Gebäudeeigentümer musste für Sturmschäden haften

Eigentümer einer Immobilie müssen ihr Objekt so absichern, dass es auch erhebliche Sturmstärken aushalten kann, ohne gleich die Allgemeinheit zu gefährden. Wenn sich bei einem Sturm bis zur Stärke 13 Dachziegel lösen und auf die Straße fallen, dann spricht zumindest der Anscheinsbeweis für einen mangelhaften Unterhalt des Gebäudes.

mehr ...