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15. Januar 2013, 13:22
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LV 1871 verabschiedet sich von Berufsgruppen

Entgegen dem Markttrend hat sich der Münchner Lebensversicherer LV 1871 dazu entschlossen, künftig auf die Einteilung der Kunden in Berufsgruppen zu verzichten. Diese werden von Versicherern zur Tarif-Kalkulation in der Berufsunfähigkeitsversicherung herangezogen.

Berufsgruppen gehören bei der LV 1871 künftig der Vergangenheit an“Bei uns erhalten Kunden einen Berufsunfähigkeitsschutz, der ihre persönliche Situation berücksichtigt”, sagt Rolf Schünemann, Vertriebsvorstand der LV 1871. Dazu gehörten neben dem Beruf auch risikomindernde Faktoren wie Kinder, Rauchverhalten oder Familienstand. Das Ergebnis sei ein passgenauer und fairer Beitrag, der die individuelle Vorsorgesituation des Einzelnen in den Vordergrund stelle, heißt es in einer Mitteilung.

Bei Handwerksmeistern oder Akademikern berücksichtige die LV 1871 beispielsweise den Anteil ihrer Bürotätigkeit, ihre Aufsichtstätigkeit und die Zahl ihrer Mitarbeiter. So werde die Einstufung differenzierter und damit auch die Prämiengestaltung. Bei kaufmännischen Angestellten, Geschäftsführern und Unternehmern rechnet man laut Unternehmensangaben zusätzlich die höchste abgeschlossene Ausbildung an.

“Berufsgruppeneinteilung kontinuierlich überarbeitet”

Die Verabschiedung von den Berufsgruppen kommt überraschend: Noch im Juni vergangenen Jahres sagte Produktvorstand Dr. Klaus Math, dass die LV 1871 bereits 2004 und in einem weiteren Schritt 2009 ein höher differenziertes Berufsgruppensystem eingeführt habe. Begründet wurde die Erweiterung damit, dass man auch Personen, die risikoreichere Berufe ausübten, eine Möglichkeit bieten wollte, “sich zu bezahlbaren Preisen gegen Berufsunfähigkeit abzusichern”.

Zugleich betonte Math, dass das Unternehmen seine Berufsgruppeneinteilung kontinuierlich überarbeite – das Ergebnis ist nun die Abschaffung der Berufsgruppen. (lk)

Foto: Shutterstock

 

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5 Kommentare

  1. Das werden sie so nicht lange durchziehen können. Das ist für mich ein reiner Kundenfänger. Entweder ist gibt doch eine Hintertür mit der ausgesiebt wird oder es hat nicht lange bestand.

    Kommentar von Simon — 14. Mai 2013 @ 18:28

  2. Wow, die Abschaffung von Berufsgruppen finde ich sehr seltsam. Denn das Risiko bei einem handwerklichen Beruf berufsunfähig zu werden ist für meinen Geschmack doch schon deutlich höher als bei einem Schreibtischtäter. Das sieht mir doch schon sehr nach Werbekampagne aus.

    Kommentar von Sebastian — 4. April 2013 @ 23:42

  3. Hört sich gut an, bringt im Ergebnis nichts. Der kaufmännische Angestellte zahlt natürlich weiterhin
    erheblich weniger als der Maler und Lackierer (= überwiegend körperlich Tätiger).Ich halte das auch für eine Werbekampagne.

    Kommentar von Stefan — 2. Februar 2013 @ 14:38

  4. Ich verstehe diese Werbekampagne der “LV 1871” nicht, denn die Berufsgruppen wurden ja nicht wirklich abgeschafft. Wer das Tarifwerk etwas genauer analysiert, wird schnell feststellen, dass es immer noch 4 (Haupt-)Berufsgruppen gibt – auch wenn die ersten 3 Hauptgruppen nochmals in je 3 Untergruppen unterteilt wurden. Ein anderer Versicherer würde nicht von einer Abschaffung der Berufsgruppen – sondern von einer Erweiterung auf 10 Berufsgruppen sprechen.
    Und dass bei ausgewählten Berufen ab einem bestimmten Prozentsatz Bürotätigkeit eine Einstufung in eine günstigere Haupt- bzw. Untergruppe möglich ist, ist am Markt auch nicht unüblich.
    Wirklich neu ist eigentlich nur der Rabatt für Verheiratete in Abhängigkeit von der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder. Ob jedoch dieses Kriterium wirklich Einfluss auf das statistische Berufsunfähigkeitsrisiko hat?

    Kommentar von G.K. — 28. Januar 2013 @ 23:34

  5. Die Betonung auf “persönliche Situation” klingt zunächst einmal so als würden sie sehr genau hinschauen, was dann bei überwiegend körperlicher Tätigkeit vor allem zu Ablehnungen und hohen Aufschlägen führen kann.

    Laut “Morgen & Morgen” hat die LV 1871 allerdings eine gute Annahmequote und verlieh ihr sogar die Höchstnote.

    Kommentar von Basti — 16. Januar 2013 @ 12:12

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