Anzeige
21. November 2013, 10:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MLP: Förderung verteuert BU-Tarife

Das jüngst verabschiedete Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltvVerbG) begünstigt eigenständige Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit (BU), die im Leistungsfall eine lebenslange Rente garantieren. Nach Berechnungen des Finanzdienstleisters MLP werden diese neuen Tarife bis zu dreimal teuer sein als bisherige Angebote.

BU: Geförderte Versicherung teurer als heutige Tarife

Laut Berechnungen von MLP könnten die neuen BU-Prämien zwei- bis dreimal höher als konventionelle Angebote ausfallen.

Beiträge zur Absicherung der Berufs- und Erwerbsunfähigkeit sollen laut AltvVerbG im Rahmen des Abzugsvolumens der Basisversorgung geltend gemacht werden können. Damit würde eine selbstständige BU in einem größeren Maße steuerlich absetzbar werden. Allerdings soll dies nur für spezielle Verträge gelten, die im Leistungsfall mit der BU-Rente auch eine lebenslange Rente  bieten.

Bisher gab es nur Angebote mit einer BU-Rente bis maximal 67 Jahre, die ausschließlich in Kombination mit einer Rentenversicherung steuerliche Förderung erhalten haben. MLP erwartet, dass die ersten Versicherer Anfang 2014 neuartige Produkte auf den Markt bringen. “Es ist politisch gewollt, dass die neuen, staatlich geförderten BU-Verträge eine lebenslange Rentenzahlung umfassen. Diese Leistung ist allerdings sehr teuer und führt zu deutlich höheren Beiträgen”, sagt Christian Ball, Finanzmathematiker und Aktuar beim Beratungshaus MLP.

Zwei- bis dreimal teurer als aktuelle BU-Tarife

Musterrechnungen von MLP haben ergeben, dass die BU-Prämien im Vergleich zu konventionellen Angeboten zwei- bis dreimal so hoch ausfallen können. Grundlage der Berechnungen waren demnach Parameter, die auch bei der Kalkulation bisheriger BU-Versicherungen verwendet wurden, unter anderem Eintrittsalter, Rechnungszins und Berufsgruppe.

Eine Beispielrechnung von MLP: Ein heute 35-Jähriger schließt eine selbstständige BU-Absicherung ab. Bei der bisherigen Variante mit einem Endalter von 67 beträgt der monatliche Beitrag beispielsweise 73 Euro. Entscheidet er sich dagegen für ein staatlich gefördertes Produkt mit lebenslanger Absicherung, steigt der Betrag in diesem Fall auf 157 Euro – eine Erhöhung vor Steuern von 115 Prozent. Wird zusätzlich eine garantierte Rentensteigerung von drei Prozent jährlich abgeschlossen, erhöht sich der Wert auf 147 Prozent.

“Die ausgeweitete steuerliche Förderung ist für Gering- und Durchschnittsverdiener in der Regel geringer als die zusätzlichen Kosten für die lebenslange Rentenzahlung. Dagegen können die Angebote für Versicherte mit einem hohen Steuersatz eine interessante Option zur Risikoabsicherung darstellen”, sagt Mathematiker Ball. “Die neuen Angebote mit ihrer lebenslangen Rente können jedoch keine Altersvorsorge ersetzen, denn die Leistungen gelten ausschließlich im BU-Fall.” (jb)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Ja aber wo bitte ist jetzt das Problem ? Entweder steuerlich gefördert und teurer ( wieviel genau, weiß ja noch kaum jemand) dafür aber lebenslänglich, oder individuell ohne steuerliche Förderung. Natürlich kann man/frau auch weiterhin den Kopf in den Sand stecken, und die Kohle lieber für Spaß ausgeben. – Dann aber bitte nicht nach dem Staat schreien, wenn das daneben geht. Es bleibt spannend.

    Kommentar von Nils Fischer — 23. November 2013 @ 17:28

  2. Liebe Leute,

    viele können zeitlich begrenzte BU-Renten heute schon nicht zahlen; wobei davon im wahrsten Sinne “das Leben”, nicht nur “rein biologisch” abhängen kann.
    Ne BU und Altersrente abzuschließen, war ja schon ein bisserl in der BUZ.
    aber getrennt wer kann das zahlen und wer hat hat das “glück” “BU und alt” zu werden und “ergraut 2 x zu kassieren.
    Vielleicht mal statt immer neuen “Fonds-Casino-Spielen” (teil-)garnatierte “konservative” Lösungen rechnen:
    BU ersetzt später das Altersruhegeld und erweiter sich nötigenfalls als Pflegerente.
    Das ging dann wieder an den Kern: ans versichern und weg vom spekulieren.
    Franz Schmid

    Kommentar von Vers.b.Schmid — 22. November 2013 @ 16:15

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

BGH-Urteil zu Maklerhonoraren

Lange war unklar, wann Makler ein Erfolgshonorar von ihren Kunden verlangen können. Nun hat der BGH entschieden.

mehr ...

Immobilien

Nachhaltiges Wohnen: In Deutschland kein Thema?

Nur 12 Prozent der Deutschen glauben, dass vom Bewohnen ihres Hauses oder ihrer Wohnung eine signifikante Umweltbelastung ausgeht. Das ist der zweitniedrigste Wert einer repräsentativen ING-Umfrage in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA.

mehr ...

Investmentfonds

3 Finanzmarkt-Szenarien für den Brexit

Die Brexit-Gespräche der vergangenen Wochen lassen vermuten, dass es eher unwahrscheinlich ist, wie geplant bis Ende Oktober zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen. Eines der größten Probleme ist die Grenzfrage zwischen Irland und Nordirland. Es gibt drei Brexit-Szenarien mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

mehr ...
23.10.2018

Brüssels Dilemma

Berater

Verkaufen nach Farben: Die Biostruktur-Analyse

Im Verkauf ist häufig von “grünen”, “roten” und “blauen” Kunden die Rede. Mit dieser sogenannten Biostruktur-Analyse lassen sich potentielle Abnehmer in drei grobe Kategorien einteilen. Die Vorteile dieses Systems erklärt der Vertriebstrainer und Gründer von OK-Training Oliver Kerner.

mehr ...

Sachwertanlagen

Agathon bringt Geier-Fonds für Biosgasanlagen

Die Agathon Kapitalverwaltung GmbH & Co. KG hat den Vertrieb ihres geschlossenen Spezial-AIF „Biopower Fonds 1“ gestartet. Er soll in bestehende Biosgasanlagen investieren und will dabei auch von den bisherigen Misserfolgen der Branche profitieren.

mehr ...

Recht

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...