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21. November 2013, 13:06
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Koalitionsverhandlungen: GDV-Präsident beklagt “Rentenwunschkonzert”

Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Dr. Alexander Erdland, hat sich kritisch zu den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD geäußert: Das derzeit gegebene “Rentenwunschkonzert” gehe zu Lasten der jungen Generation, sagte Erdland in seiner Rede anlässlich des Versicherungstages 2013, der heute in Berlin stattfindet.

Dr. Alexander Erdland: Wir brauchen eine Rentenpolitik, die im Interesse aller Versicherten handelt.

Dr. Alexander Erdland: “Wir brauchen eine Rentenpolitik, die im Interesse aller Versicherten handelt”.

“Die anhaltend niedrigen Zinsen sind alles andere als ein motivierendes Umfeld für die Altersvorsorge”, monierte Erdland. Die Menschen müssten heute mehr für ihre Altersvorsorge aufwenden, um ihr Vorsorgeziel zu erreichen – oder Abstriche bei ihrem späteren Lebensstandard hinnehmen.

GDV-Präsident sieht Generationengerechtigkeit in Gefahr

In seiner Rede ging Erdland auch auf ein Thema ein, dass für die Versicherer zu einer wahren Herzensangelegenheit avanciert ist – die Beteiligung der Lebensversicherten an den Bewertungsreserven. Der GDV-Präsident forderte erneut eine Veränderung der bestehenden Regel und will dies als Beitrag zu einer verbesserten Generationengerechtigkeit verstanden wissen: Von der geltenden Regelung profitierten die Verträge, die jetzt ausliefen, betonte Erdland. Dadurch seien die Jüngeren benachteiligt, deren Verträge in der Regel noch viele Jahre liefen.

Eine weiterer Appell Erdlands an die Politik bezog sich auf die künftige Ausgestaltung der gesetzlichen Rente. So drohten mit den aktuellen Plänen der großen Koalition “weitere Ungerechtigkeiten für die junge Generation”. Das “Rentenwunschkonzert”, das derzeit von den Verhandlungspartnern der möglichen großen Koalition gegeben werde, konzentriere seine Wohltaten auf die ältere Generation. Zu stemmen sei dies von den Jungen, kritisierte der Versicherungsmanager.

Ausbau der betrieblichen Altersversorgung gefordert

“In der Summe bedeutet dies eine erhebliche Benachteiligung der Jüngeren bei der Altersvorsorge. Wir brauchen eine Rentenpolitik, die im Interesse aller Versicherten handelt. Und wir brauchen stabile Rahmenbedingungen, die die private und betriebliche Altersversorgung stärken”, ergänzte Erdland. Geschehen soll dies über ein neues Modell in der betrieblichen Altersversorgung (bAV), bei dem die Arbeitnehmer künftig automatisch in die Entgeltumwandlung einbezogen werden. Arbeitnehmer, die dies nicht wünschen, müssten über ein sogenanntes Opting-Out explizit widersprechen.

Darüber hinaus forderte Erdland “ein starkes Signal” für den Ausbau der privaten Altersvorsorge. Die Förderung der Riester-Rente sei seit zwölf Jahren eingefroren. Das Fördervolumen von heute 2.100 Euro sollte auf 2.850 Euro angehoben werden. Die Zulagen sollten auf 200 Euro mitwachsen, bekräftigte der GDV-Präsident. (lk)

Foto: GDV

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2 Kommentare

  1. Moin; Warum die Aufregung ? Wir wissen doch, das es objektive Berichterstattung nicht gibt. Gegen Versicherer und Berater ballert die Presse aus allen Rohren, von Objektivität Welten entfernt; Warum soll der GDV nicht Gegenposition beziehen, und “heile Welt” verbreiten dürfen. Wir werden dann die Wahrheit irgendwo in der Mitte finden. Einfach köstlich, diese Debatte.

    Kommentar von Nils Fischer — 4. September 2014 @ 10:47

  2. “Die anhaltend niedrigen Zinsen sind alles andere als ein motivierendes Umfeld für die Altersvorsorge”

    –> Darunter leiden eher klassische Versicherungsunternehmen. Niedrige Zinsen sind vorteilhaft für den Erwerb von Wohnimmobilien, die häufig der Altersvorsorge dienen – warum werden Vorteile nicht genannt? Wir haben kaum Inflation – hat das keinen Wert?

    “Rentenwunschkonzert”
    –> Die Versicherer haben die Einführung privater Vorsorge propagandiert und in früheren Jahren immer wieder hohe Renditen versprochen. Das ist kein Wunschkonzert, sondern die Forderung Versprechen einzuhalten. Viele Versicherer und Vertriebe haben in den letzten Jahren hohe Gewinne erwirtschaftet, trotz Kriese!
    :

    “Darüber hinaus forderte Erdland “ein starkes Signal” für den Ausbau der privaten Altersvorsorge. Die Förderung der Riester-Rente sei seit zwölf Jahren eingefroren. Das Fördervolumen von heute 2.100 Euro sollte auf 2.850 Euro angehoben werden. Die Zulagen sollten auf 200 Euro mitwachsen, bekräftigte der GDV-Präsident.” Davon profitieren primär Vertriebe und Versicherungen, der Nutzen für Kunden ist fraglich.

    “Wir brauchen eine Rentenpolitik, die im Interesse aller Versicherten handelt” – Meine Meinung: Eine stattliche Rentenversicherung kann das garantieren – das hat bis jetzt funktioniert und wird auch morgen noch funktionieren. All die Skandale der privaten Versicherer die in letzten Jahren publik wurden, zeigen dass dort etwas sehr schief gelaufen ist und läuft.

    Kommentar von Herr_Mueller — 21. November 2013 @ 23:26

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