Bewertungsreserven: Bundesbank unterstützt Versicherungswirtschaft

In der Frage der Neuregelung der Bewertungsreserven-Beteiligung von Lebensversicherungskunden hat die deutsche Versicherungswirtschaft Zuspruch von der Deutschen Bundesbank erhalten. Vorstand Dr. Andreas Dombret mahnte eine „solide und nachhaltige“ Regelung im Sinne der Versicherer an.

Dr. Andreas Dombret: „Die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven in der Lebensversicherung muss im Sinne der Finanzstabilität solide und nachhaltig geregelt werden.“

Die niedrige Zinsen zehrten zunehmend die finanziellen Puffer der Lebensversicherer auf und machten es für die Anbieter immer schwieriger, die Garantieverzinsung zu erwirtschaften, erklärte Vorstand Dombret am Donnerstag im Rahmen der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2013 in Frankfurt am Main.

Aus dem Bericht geht unter anderem hervor, dass die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven „ökonomisch nicht adäquat“ sei. Die Bewertungsreserven, die bei den aktuell niedrigen Zinsen laut Bundesbank „in erheblichem Umfang“ entstehen, führen zu einem Anstieg der Auszahlungsbeträge. „Daher sollte ein solider und nachhaltiger regulatorischer Rahmen für die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven angestrebt werden“, heißt es in dem Bericht.

Ganz ähnlich lautet dann auch die Forderung Dombrets, der in der Bundesbank für den Bereich Finanzstabilität zuständig ist: „Die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven in der Lebensversicherung muss im Sinne der Finanzstabilität solide und nachhaltig geregelt werden.“

Versicherungswirtschaft begrüßt Bundesbank-Analyse

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßte die Analyse der Notenbanker: „Eine Korrektur ist vor dem Hintergrund der erneut gesenkten Leitzinsen notwendig“, bekräftigte GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland. Die aktuelle Rechtslage sei „ökonomisch unsinnig“, da sie die Versicherer „ausgerechnet in Zeiten historisch niedriger Leitzinsen von nur noch 0,25 Prozent“ zu Sonderausschüttungen in bisher nie dagewesener Höhe zwinge, so Erdland.

Manfred Zöllmer, stellvertretende finanzpolitische Sprecher der SPD, erklärte in der Osnabrücker Zeitung vom 10. November 2013, dass die Politik in der Frage der Bewertungsreserven jetzt „relativ zügig“ zu einem Ergebnis kommen müsse, damit für alle Betroffenen Klarheit herrsche. Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende des CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Michael Meister, sprach sich für eine Prüfung der bestehenden Regelung aus.

SPD: Bewertungsreserven kein konkretes Thema in den Koalitionsverhandlungen

Zugleich betonte Zöllmer, dass eine Lösung dem Versicherungskollektiv insgesamt gerecht werden müsse. Konkretes Thema der Koalitionsverhandlungen seien die Bewertungsreserven allerdings nicht, so der SPD-Finanzexperte. (lk)

Foto: Deutsche Bundesbank

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